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Dienstag, 26. November 2013

OP Vor- und Nachsorge

Es gibt ein paar Dinge die ein Katzenbesitzer immer Zuhause haben sollte, da jeder Stubentiger mal operiert werden kann- und das meistens nicht zu der Zeit, wo man mal eben schnell in den Laden huschen kann... Manchmal ist kein lange geplanter Eingriff, sondern eine spontane Not OP nötig. 

Beachten sie, dass zu jedem TA Besuch die Unterlagen (Impfpass, EU-Ausweis, Versicherungsunterlagen etc.) mitgenommen werden müssen.


Es ist sinnvoll folgende Dinge immer im Haus zu haben:
  • eine Wärmeflasche oder Infrarotlampe, Kirschkernkissen, SnuggleSafe
  • mehrere Bodys/ Babystram
  • mehrere Decken/ Handtücher/ Polster
  • sauberes, katzehaarfreies Laken
  • Notfall- Telefonnummer Tieklinik/ THP
  • Päppelzeug (vorher zubereitete, eingefrohrene Brühe, Nutrical Cat, Reconvaleszens, Aufzuchtmilch (dürfen auch ältere, kranke Tiere bekommen)
  • Notfallset für Tiere ist empfehlenswert
  • Spritzen ohne Kanülen
  • Kamillentee
  • Thermometer und Vaseline
Zusätzlich ist außerdem ratsam:
  • Engystol
  • Traumeel
  • Propolispulver
  • Propolistinktur
  • Tupfer/ Pads/ Mullkompressen
  • super-duper- oberhammer- Lieblingsfutter, sollte immer in paar Dosen „Reserve“ vorhanden sein

Vorbereitungen

Ob eine Not-OP durchgeführt wird, entscheidet natürlich der TA. Danach richtet sich auch das Nüchternheits- Gebot. Der TA wird Sie ausführlich (bei geplanten Eingriffen) darüber informieren.

Meist sollte am Vorabend, mindestens aber 12h vor der OP die letzte Mahlzeit gegeben werden. Tiere mit vollen Magen haben eine erschwerte Narkose und neigen nach der OP zu Übelkeit/ Erbrechen. Auch während der OP kann ein Würgereiz ausgelöst werden, dass Tier könnte im Extremfall ersticken.

Der Tierarzt sollte im Vorfeld, gemeinsam mit dem Halter, den Allgemeinzusatnd des Tieres checken und Größe und Gewicht bestimmen. Bitte achtet darauf!


Unterstützende Medis

Man kann mit Naturheilmitteln das Tier gut vorbereiten auf den Eingriff:
* 2 Tage vorher + 2 Tage nachher 2x täglich eine Traumeeltablette (gegen Schmerzen und zum Dämpfen)
* 2 Tage vorher + 2 Tage nachher 2x täglich eine Engystoltablette (stärkt das Immunsystem und vermindert die Übelkeit)
Dies sollte aber ebenfalls mit dem TA abgesprochen werden. Der TA kann auch auf Antisedan angesprochen werden, dies führt die Katze von der Narkose schnell zurück in den Allgemeinzustand.


Die Transportbox

Der Transportkorb sollte groß und geräumig sein, etwas bekanntes ollte darin liegen (bekannte Spielmaus, Kuscheltier, Schal des Besitzeres etc.)

Die Box kann mit saugfähigen Inkontinenz- Unterlagen ausgelegt werden. Darüber dann ein paar Lagen Handtücher.

Jedes Tier sollte einen eigenen Transportkorb haben, bitte nie mehrere Tiere in einer Box transportieren!

In der Box kein Futter o.ä. Bereitlegen.

Über die Box bitte noch eine dünne Decke o.ä. Legen, damit es abgedunkelt ist. Ratsam ist auch ein zusätzliches Handtuch mitzunehmen, um das Tier nach der Op zuzudecken bzw. um vollgepinkelte Handtücher auszutauschen.

Auch kann eine Wärmflasche mit zum TA genommen werden und diese bei Abholung befüllt werden, besonders in kalten Monaten dürfen die Tiere keinen Zug abbekommen und benötigen eine zusätzliche Wärmequelle.

Die Transportbox wird im Auto festgeschnallt, bitte die Fenster schließen und die Musik nicht volle Dröhnung aufdrehen. Die Box sollte im Auto nicht geöffnet werden!

Nach einer Operation sind auch Tiere geschwächt. Sie brauchen ganz besonders viel Aufmerksamkeit und Pflege. In den ersten Stunden nach dem Eingriff muss man auf die Nachwirkungen der Narkose achten, später vor allem auf die Heilung der Operationsnarben! Am besten ist es, dass Tier wach vom TA abzuholen. Dies ist aber nicht immer möglich. Das Tier sollte keinem Stress ausgesetzt werden und mindestens die ersten 24h nach der OP unter Aufsicht bleiben!

Viele Tierhalter erkennen ihre Katze kaum wieder, wenn sie diese nach einer Operation beim Tierarzt abholen. Das Tier wirkt benommen, hat einen unsicheren Gang und trägt zu allem Überfluss einen Halskragen aus Plastik, der ihm die Sicht nimmt.

Diesen Kragen sollten sie Zuhause gleich gegen einen Body/Babystrampler eintauschen, dies ist für Ihre Katze weitaus angenehmer. Alternativ können sie den Body auch gleich vor der OP beim Tierarzt abgeben und drauf hinweisen das die Katze keinen Kragen bekommen soll.
Wenn das Tier noch sehr schläfrig ist, kann man manche TÄ auch bitten ein Medikament zu spritzen, welches die Narkose schneller aus dem Körper raustransportiert.

Außerdem ist der tierische Patient um die Operationsnarbe herum rasiert, und stellenweise „nackt“ sieht das Tier noch einmal so krank und verletzlich aus wie zuvor. Auch die Pfötchen könnten rasiert sein, denn da wird unter der OP ein venöser Zugang für Medikamentengaben gelegt.

Der „Schock“ und die Wiedersehensfreude der Tierhalter haben häufig zur Folge, dass sie die Anweisungen des Tierarztes überhören bzw. gleich wieder vergessen.


Notieren Sie sich die Anweisungen des Tierarztes

Nehmen Sie sich deshalb ein Notizbuch mit in die Praxis, in das Sie Folgendes eintragen:
  • ab wann ihr Tier wieder trinken und fressen darf
  • was es zu sich nehmen darf
  • welche Medikamente es in welcher Dosierung bekommt
  • worauf Sie in den nächsten Tagen ganz besonders achten sollen
  • wann der nächste Kontrolltermin ist
  • wie die OP Wunde behandelt wird
    Der Tierarzt schreibt Ihnen das auch gerne auf, wenn Sie zu aufgeregt sind, um seinen Ausführungen zu folgen. Lassen Sie sich außerdem eine Telefonnummer geben, wo Sie ihn oder einen anderen Tierarzt außerhalb der Sprechzeiten erreichen können, falls sich der Zustand Ihres Tieres verschlechtert. In der Regel werden Sie diese Nummer nicht brauchen, doch sicher ist sicher.

Das ideale Krankenlager

Zu Hause braucht Ihr Schützling einen warmen, ruhigen und sauberen Platz. (Schon wenn ihr Tier in der Klinik ist- Heizung aufdrehen und das Zimmer vorwärmen! Nach einer Operation ist Kälte Gift!)

Andere Tiere sollten Sie von ihm vorerst fernhalten – diese zeigen nämlich meist kein Verständnis dafür, dass ihr Kamerad nun geschwächt ist, und benehmen sich nicht besonders rücksichtsvoll. Außerdem könnten sie an der Operationsnarbe lecken und sie damit infizieren.

Bereiten Sie Ihrem Schützling unbedingt ein Lager auf dem Boden, denn nach der Narkose bewegt er sich eventuell noch etwas unsicher und könnte von einem Lager auf dem Sofa oder dem Bett herunterfallen und sich verletzen.

Katzen können auch in den ersten Stunden nach der Operation im gut gepolsterten Transportbehälter bleiben, sofern der geräumig genug ist, dass der Stubentiger bequem liegen, stehen und sitzen kann. Dann erst komplett rauslassen, wenn die Katze wach ist. Auslauf vorerst nur unter beobachtung- Höhen wie Kratzbäume und Catwalk sollten UNBEDINGT gemieden werden (Sturzgefahr!)


Wärme und Hygiene sind jetzt besonders wichtig

Warm sollte das Krankenlager natürlich auch sein. Betten Sie das Tier auf eine dicke Schicht von Decken oder Polstern. Eine Infrarotlampe oder eine lauwarme Wärmeflasche sorgen für zusätzliche Wärme. SnuggleSafes speichern die Wärme sehr lang und sind für die Nutzung an Tieren ausgelegt. Kirschkernkissen gehen im Notfall auch. Achten Sie aber darauf, dass es Ihrem Patienten nicht zu heiß wird.

Über sein Krankenlager breiten Sie am besten ein frischgewaschenes Leintuch/Bettlaken aus, denn in Katzendecken kleben jede Menge Haare, die die Wunde reizen können. Der Babybody sollte bei Bauchwunden etc. schon angelegt sein, damit das Tier nicht an die Wunde kommt.


Body statt Trichter

Viele Tierärzte legen den Katzen nach einer OP immer noch einen Trichter aus Plastik um. Dieser schränkt die Sicht sehr stark ein, stört die Bewegungsfreiheit und ist ein Hindernis beim Fressen und Trinken.

Ihr Tier eckt überall an, Wände, Türrahmen und jeder Gegenstand ist somit eine potentielle Gefahrenquelle. Eine alternative die wir empfehlen ist der Body, entweder ein gekaufter (Tierbodys sind sehr teuer) oder ein aus einem Babystrampler selbst gebastelter (günstige Alternative, wenn man etwas geschickt ist).

Sie sollten mehrere Exemplare Zuhause haben um auch einmal waschen zu können. Der Body ist weitaus angenehmer für die Katze da er weder die Sicht noch die Bewegungsfreiheit einschränkt.

Anfangs ist aber auch dieser gewöhnungsbedürftig für das Tier, nur wird sich mit Body besser arrangiert, als mit dem Plastikkragen (oder Gummikragen- ist nicht besser!)


Futter und Trinken

Meist darf der tierische Patient schon bald nach der Operation wieder frisches Wasser trinken.

Fürs Fressen gilt in der Regel: Sobald das Tier sich wieder koordiniert bewegen kann und einen wachen Eindruck macht, darf es eine kleine Portion Futter aufnehmen. Am wichtigsten ist die Deckung des Flüssigkeitsbedarfs!

Solange nämlich das Narkosemittel noch wirkt, besteht die Gefahr, dass das Tier nach der Futteraufnahme erbricht.

Allerdings gibt es auch Operationen, nach denen das Tier eine längere Zeit nichts zu sich nehmen darf.

Fragen Sie daher Ihren Tierarzt, ab wann er die erste Fütterung empfiehlt.(aus Erfahrung von einigen Tierhaltern, empfiehlt es sich erst am nächsten Tag wieder voll zu füttern)

In einigen Fällen wird der TA außerdem zu einer Spezialnahrung raten, die die Genesung unterstützt. (Bitte auf die Zusammensetzung achten, manche Tierfutter vom TA sind nicht empfehlenswert! Das Futter ist ok wenn: Es Feuchtnahrung ist, Kein Getreide enthält, Kein Zucker enthält, keine pflanzlichen Produkte, keine Nebenprodukte hat)

Sollte ihr Liebling noch keine Lust haben zu trinken können Sie 1EL Nassfutter in 500ml lauwarmen Wasser auflösen. So riecht und schmeckt das Wasser leckerer. Das Nassfutter dazu mit einer Gabel richtig breiig manschen.


Die ersten Stunden Zuhause

Beobachten sie das Tier gut. Es sollte immer wacher werden und es wird anfangen wollen zu laufen. Bleiben sie dabei, damit es sich nicht selbst unsinnigerweise Gefahren aussetzt.

Die Nickhaut könnte noch über den Augen sein. Auch dies sollte sich die nächsten Stunden legen, ansonsten sofort den TA informieren, da es sich um einen Nickhautvorfall handeln könnte.

Gönnen sie dem Tier Ruhe. Bieten sie Päppelnahrung an, stressen sie es aber nicht

Decken sie UNBEDINGT den Flüssigkeitsbedarf- entweder mittels Trinkbrunnen, Trinken aus dem Napf oder Eingabe mit der Spritze. Egal wie, das Tier MUSS trinken. Am besten mit der Spritze geht zu zweit, einer hält, einer gibt ein.

Außerdem auf Urin- und Kotabsatz achten. Es ist wichtig, dass die Ausscheidung gut funktioniert, damit es zu keinen Organschäden kommt!


Die ersten Tage Katze genau beobachten

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie in den ersten Tagen dem Harn- und Kotabsatz Ihres Tieres widmen. Hat es Schwierigkeiten bei seinen „Geschäften“, informieren Sie den Tierarzt.

Solange die Narbe nicht verheilt ist, sollten Sie Freilaufkatzen im Hause halten. Die Operationsnarbe sollten Sie ein- bis zweimal täglich untersuchen. Riecht sie schlecht, tritt Flüssigkeit aus oder erscheint Sie Ihnen entzündet, benachrichtigen Sie Ihren Tierarzt.

Dem Schutz der Narbe dient der Body. Vielleicht ist ihre Katze von ihrem neuen Outift nicht ganz begeistert aber lassen sie ihn bitte angezogen außer sie wollen ihn tauschen um den getragenen zu waschen. Er schützt die Lieben vor sich selbst, weil sie nicht die Operationswunde benagen und belecken können. Bleiben Sie also hart, wenn es um den Body geht.

Und bedauern Sie Ihren Schützling auch nicht ständig. Dann wird ihm nämlich tatsächlich immer jämmerlicher zumute. Muntern Sie ihn lieber auf, wenn Sie ihn streicheln, und erzählen Sie ihm, was für ein „tapferer Kerl“ er doch ist und wie stolz Sie auf ihn sind. Bei so viel Zuspruch bleibt dem tierischen Patienten dann gar nichts mehr anderes übrig, als bald gesund zu werden.

Vom „Extrem-Playing“ nach der OP ist die ersten Tage auch abzusehen. Setzen sie lieber auf Konzentrationsspiele, die mit Leckerchen belohnt werden, dass lenkt das Tier nämlich auch ab.

Achten sie auf Schmerzen- sobald sich das Tier komisch verhält, nicht lange fackeln und dem TA vorstellen!

Am nächsten Tag, wenns dem Patienten gut geht, darf er wieder zu seinen Kumpels gelassen werden.

Die Wundheilung kann mit Propolispulver (im Futter als Zusatz) und als Tinktur auf die Wunde aufgetragen werden. Ob sich dies empfiehlt, fragen sie beim TA nach!

Die Wunde muss auf Entzündungszeichen beobachtet werden: Schonhaltung, Rötung, Schwellung, Wärme sollte umgehend dem TA gemeldet werden! Manchmal entstehen Wundhöhlen und die Wunde wird zum kleinen Hügel mit einer Flüssigkeitsansammlung. Der TA wird die Flüssigkeit entfernen müssen, damit sich keine Wundheilungsstörung auftut.

Luft darf an die Wunde und Katze will sich ja auch mal putzen- dazu darf der Body ausgezogen werden. Bitte die Katze nur unter Beobachtung putzen lassen, an die Wunde sollte sie dabei gar nicht gehen. Die Störung wird dem Tier zwar nicht gefallen, aber da muss es durch.

Kontrolltermine beim TA unbedingt wahrnehmen! Manchmal müssen auch Fäden entfernt werden.

Die Temperatur bei Auffälligkeiten checken: Das Tier auf Temeraturerhöhung kontrollieren. Bei Auffälligkeiten- zum TA.


Päppelzeug

Päppelzeug ist Appetitanreger und deckt den Flüssigkeitsbedarf und Energiebedarf des Tieres. Hier ein paar Tipps dazu:

  • Brühe: im Vorfeld mal Fleisch auskochen, mit einer winzigen Prise Salz, ohne weiter Gewürze. Dies dann einfrieren und b.B. Auftauen und reichen.
  • Kamillentee: natürlich abgekühlt und verdünnt, kann dem Tier bei Magenverstimmung eingeflöst werden
  • Aufzuchtmilch: auch kranke, geschwächte Tiere dürfen die Milch bekommen. Entweder KMR, Mammilac oder Ziegenmilch. Im Notfall geht auch Gimpet.
  • NutricalCatPlus und Reconvaleszens: gibt es auch beim TA, dies ist hochkalorische, appetitanregende Paste, die dem Tier gegeben werden kann
  • Lieblingsfutter: immer paar Dosen parat haben und diese dann 50:50 mit abgekochten warmen Wasser verdünnen, damit Suppe entsteht.

Freitag, 22. November 2013

Kittenaufzucht

Findelkittten Kira ca. 3Wochen alt
Es gibt unterschiedliche Situationen, die dazu führen, dass man Kitten per Hand großziehen muss Meist ist es vermeidbar, aber man kann auch ziemlich flott ausversehen „reinstolpern“ (als Pflegestelle, bei Findelkitten)...

Deshalb hier eine kleine Hilfestellung, die einem ungefähr durch die Kittenaufzucht führt. (ungefähr,weil ich noch keine Kitten mit beieinträchtigenden Krankheiten großziehen musste und dies dann natürlich spezielle Fälle sein könnten. Dieser Beitrag ersetzt also keineswegs den Weg zum TA.)


Grundsätzlich gilt, dass man seine eigenen Katzen kastrieren lassen sollte, wenn man kein seriöser Züchter ist bei dem die Elterntiere Papiere und somit alle nötigen Untersuchungen haben. Bei jedem Wurf geht man das Risiko von Handaufzuchten ein, was wirklich anstrengend ist. Außerdem riskiert man die Wurfsterblichkeit, denn bei Blutgruppenunverträglichkeit, werden die Kitten der Reihe nach wegsterben und nur im Ausnahmefall werden diese überleben.

Altersbestimmung:
Das Alter des Findelkindes kann am besten ein TA, oft anhand des Gewichtes/ der Größe feststellen. Am besten wird das Alter aber anhand des Zahnstatus bestimmt. Generell kann man sich jedoch merken, dass fast ausschließlich alle Kitten unter 6 Wochen Lebensalter blaue Augen haben. (ist eine kleine Gedankenstütze, es sollte sich nicht ausschließlich darauf verlassen werden, manche Kitten haben auch keine blauen Augen!)

Hier noch ein paar Hinweise zum Alter:
Wenn das Kitten erst ca. 2-3 Tage alt ist, kann es sein, dass die Nabelschnur noch dran ist. Diese trocknet in der Zeit aus und fällt ab.
Mit zwei Wochen öffnen sich die Augen und die Ohren richten sich langsam auf.
Mit 14-17 Tagen Lebensalter brechen die Eckzähne durch.
Mit 3 Wochen lernen Kitten die Krallen einzuziehen, vorher sind diese dauerhaft "ausgefahren".
Mit 22-25 Tagen ist das Gebiss meist schon komplett.
Mit 4 Wochen können Kätzchen selbstständig Urin und Kot absetzen, ohne dass man den Reflex dazu geben muss.

Eine Geschlechtsbestimmung kann der Tierarzt mit spätestens ca. 2-4 Wochen machen. Es ist auch schon am ersten Lebenstag möglich, aber viele TÄ legen sich da noch nicht fest und bestimmen das Geschlecht oftmals "ohne Gewähr". 

Außerdem kann das Gewicht auch ein "Altersanhaltspunkt" sein. Außerdem kann man mit folgender Formel das Ideal- Kittengewicht bestimmen:
Geburtsgewicht (alternativ 100g) + 100 x Lebenswoche - d.h. wenn das Kitten 5 Wochen alt ist, sind das 100+ 100x 5 = 600g

Benötigte Materialien für eine Kittenaufzucht:
- Aufzuchtmilch
- Wärmflasche (nur unter Aufsicht verwenden, nicht zu heiß befüllen!)
- SnuggleSafe (speichert die Wärme länger)
- weiches Kuscheltier
- Kittengehege oder seperates Zimmer
- Katzenklo mit niedrigen Einstieg
- kein Bentonit Streu
- Fläschchen, Sauger, Spritzen (ohne Nadeln)
- saugfähige Unterlage, Decken, Handtücher, Waschlappen
- Küchenwaage
- Fierberthermometer mit flexibler Spitze und Vaseline
- Babyfeuchttücher ohne Zusätze
- Wattepads (zur Aftermassage)
- enges Kuschelbett
- Rotlicht- Wärmelampe (nur unter Aufsicht anwenden)
- Tücher
- Lactose (Milchzucker, bei Verstopfung)
- Fencheltee bei Verdauungsproblemen
- SabSimplex, bei Verdauungsproblemen

Geeignete Aufzuchtmilch:
Keineswegs sollte man die im Handel erhältliche fertige "Katzenmilch" geben, diese enthält Zucker und allerlei ungesunde Nebenprodukte. Kittenmilch (Aufzuchtmilch) ist Milch zum Anrühren! Ist erhältlich in Dosen als Milchpulver.

Geeignete Milch enthält wenig/ keine pflanzlichen Nebenerzeugnisse, aber dafür Taurin (wichtig für die Entwicklung der Augen und fürs Herz!) Dies wären z.B. KMR, Farmfood und Mammilac, zur Überbrückung bis die Aufzuchtmilch da ist, kann man auch erstmal selbst eine zusammenmischen:

* ein Messlöffelchen Taurin
* 150 ml Kondensmilch 10% Fett
* 150 ml abgekochtes Wasser, das kalt ist.
* mischen und fertig 

Die Kitten gut beobachten,ob sie dies auch vertragen!

Außerdem kann vorrübergehend 3,5% Ziegenmilch aus dem Einzelhandel als Ersatz genommen werden.

Man sollte so schnell wie möglich einen TA mit den Kitten aufsuchen, gerade wenn man noch unerfahren ist, was die Aufzucht angeht. Dieser kann dann auch das Alter der Kitten bestimmen und Tipps zur Aufzucht geben. Achte auch bei der Aufzuchtmilch, die der TA eventuell mitgibt auf die Zusammensetzung! (Ich habe mal Milch für Hundewelpen bekommen ohne eine Prise Taurin, dafür aber mit einer Menge pflanzlicher Nebenerzeugnisse, das Kitten hatte kräftig Durchfall dadurch, weil Katzen auf pflanzliche Bestandteile sehr reagieren und v.a. Kitten eine noch empfindliche Verdauung haben...).


Alarmsignale:

Kitten müssen täglich am besten zweimal gewogen werden, denn eine rapide Gewichtsabnahme ist das allererste Anzeichen bei den Kleinen, dass etwas nicht stimmt und man sollte den TA schleunigst aufsuchen!

Durchfall ist auch gefährlich für solche Zwerge, wenn man nicht grad eine Futterumstellung hinter sich hat (mögliche Ursache) und der Durchfall länger als 24 Stunden dauert, sollte man umgehend zum TA gehen, die Kleinen bauen rasend schnell ab und erleiden einen zumeist tödlich verlaufenden Flüssigkeitsverlust!

Ebenso führt häufiges, starkes Erbrechen zu einen rapiden Flüssigkeitsverlust, welcher bei Kitten schnell zum Tode führen kann.


Ein Blähbauch ist bei Kitten fast "normal"- die Katzenmutter würde den Bauch ablecken und so die Darmperestaltik anregen, welche die Verdauung in Schwung bringt. Bei Handaufzuchten muss diese Aufgabe der "Finder" übernehmen, indem er den Bauchi nach dem Fressen im Uhrzeigersinn leicht massiert. Dies sollte bei Handaufzuchten bis mindestens zur 6.Woche erfolgen. Mehr dazu bei "Fütterungsempfehlung"

Kitten haben noch kein ausgereiftes Immunsystem. Sie sind deswegen sehr anfällig für Infektionskrankheiten und Entzündungen der Schleimhäute. Vor allem Augenentzündungen/ Bindehautentzündungen sind häufig "Kitten- Begleiterkrankungen".


Wenn Augen verkleben und starke Triefnasen auftreten, könnte es sich um ein Virus aus dem Katzenschnupfen-Komplex handeln. Ein TA Besuch ist unumgänglich!

Außerdem sollte auf ansteckende Infektionskrankheiten wie FIP/ FIV geachtet werden. Die Kitten können dazu beim Tierarzt getestet werden. Eh Fundkitten mit den eigenen Katzen vergesellschaftet werden, sollten sie unbedingt seperiert werden, bis ein Testergebnis da ist, da sonst die Ansteckungsgefahr für die eigenen Tiere bei knapp 99% liegt. Diese Infektionskrankheiten verlaufen tödlich.

Fundkitten sollten außerdem auf jegliche Veränderungen überprüft werden: schuppige Haut, offene Hautstellen etc. können auf einen Hautpilz hindeuten. Dies sollte beim TA mit einem Abstrich abgeklärt werden. Außerdem können Findelkinder auch an Parasiten leiden- Milben, Flöhe, Zecken, Würmer, Giardien. Alles was man abklären lassen sollte- vom Tierarzt. Somit kann dann auch spezifisch behandelt werden.

Bitte die Kleinen nicht unnötig mit einer Wurmkur schwächen. Wenn man den Verdacht hat, sollte zuallererst eine Kotprobe gemacht werden um zu Spezifisieren, welche Behandlung die beste ist. Hier kann es z.T. auch hilfreich sein, auf einen Tierheilpraktiker (neben den Tierarzt!) zurückzugreifen, da diese Behandlungen schonender sind. Bitte keine Selbstexperimente! Auch wenn 99% der Fundkitten verwurmt sind, sollte nicht auf eine Probe verzichtet werden. 

Das Kitten sollte außerdem auf Missbildungen kontrolliert werden. Da man es nicht "von Anfang an" kennt, sollte alles gut funktionieren: Kot- und Urinabsatz nach Stimulation (in den ersten Wochen), Pfötchen, Ohren etc. 

Wenn das Kitten älter ist und gesund ist, dann entscheidet der Tierarzt, ob es Zeit für die Grundimmunisierung ist. Die Grundimmunisierung stellt eine Mehrfach- Imfpung gegen verschiedene Krankheiten dar. Meist sind es 2 Injektionen, welche mit einen Abstand von 4-6 Wochen durchgeführt werden.

Von der Wärmequelle (Rotlichtlampe und Wärmflasche) sollte sich das Kitten jederzeit zurückziehen können, damit es zu keinen Verbrennungen kommt. Außerdem beides wohl dosiert einsetzen und nur unter Beobachtung. Die Wärmflasche nicht zu sehr und nicht zu heiß befüllen. Als Wärmequelle eignet sich ein SnuggleSafe besonders gut, da dieser die Wärme sehr lang speichert.

Kitten bekommen mit ca. 2-3 Wochen ihre Milchzähne. Die richtige Entwicklung dieser sollte beobachtet werden, bei Problemen bitte den TA konsultieren. Ein Zahnwechsel findet im Alter von 3-8 Monate statt, bis zum 8.Lebensmonat sollte der Zahnwechsel abgeschlossen sein. (bitte auch dies beim TA kontrollieren lassen)

Nicht erschrecken, wenn das Kitten nach dem Fressen "kugelrund" ist. Das ist normal. Verteilt viele kleine Mahlzeiten über den Tag, so vermeidet ihr, dass es zu Verdauungsproblemen kommt. (siehe Fütterung)

Fütterungstipps

Beim füttern mit der Flasche oder Spritze, das Kitten niemals(!!!) auf den Rücken drehen,dadurch könnte Wasser in die Lunge geraten und das könnte das Leben des Kleinen kosten.


Das Kitten auf den Bauch legen, bei Bedarf ein Deckchen oder eien saugfähige Unterlage unter den Oberkörper legen, etwas Milch aus dem Fläschchen/ der Spritze rausdrücken, sodass vorne ein Tropfen „klebt“ und dem Kleinen auf die Zunge „legen“, dies animiert meist zum saugen beim Nuckel, bei der Spritze am besten nur tröpfchenweise reinlaufen lassen. Den Kopf kann man alternativ auch etwas nach oben halten.


Den Nuckel einer Flasche am besten mit einer Nadel durchstechen, sodass keine Milch rausläuft, wenn man die Flasche auf dem Kopf hält, sondern man leicht drücken muss, damit die Milch fließt.

Man sollte den Kleinen auch den Bauch nach jeder Fütterung massieren, in den ersten 2-3 Lebenswochen können sie nämlich weder Urin noch Kot selbstständig absetzen.

Ausscheidung:
Junge Kitten benötigen einen Reflex, um Kot und Urin abzusetzen. Nach jeder Fütterung massiert man den Bauch um die Verdauung anzuregen. Mit einem Wattepad reibt man an After und Scheide, bis Urin bzw. Kot kommt. Dies macht man, bis das Kitten ca. 4 Wochen alt ist, dann bedarf es diesen Reflex nicht mehr und es kann lernen selbstständig aufs Klo zu gehen.

Handaufzuchten muss man das erst beibringen, normalerweise würde das die Mamakatze übernehmen, hier ist der Mensch als Ersatz gefragt: 
- setzt das Kleine nach den Mahlzeiten immer wieder aufs Klo
- stellt mehrere Katzenklos auf, auch in einem Zimmer eigenen sich mindestens 2 Katzenklos, mit geeigneten Einstieg, damit das Kleine im Notfall schnell zum Klo kommt
- das anfänglich immer mal noch etwas daneben geht, ist normal und sollte keineswegs bestraft werden
- bei anhaltender Unsauberkeit, geht zum TA und lasst es abchecken, es könnte sich um eine Entzündung der Harnwege/ des Verdauungstraktes handeln
- im Spieltrieb vergessen Kitten oft aufs Klo zu gehen und suchen sich dann kurzerhand einen umliegenden Platz dafür aus

Fütterungszeitplan:
Nun folgt ein Fütterungszeitplan an den man sich ungefähr halten sollte. Die Zeiten variieren je nach Qualität der Milch und dem Hunger der Kitten:

Geburt bis 2. Woche:
- alle 1-2 Stunden (auch Nachts!)

2.Woche:
- alle 2-3 Stunden (auch Nachts!)

3.Woche
- alle 3-4 Stunden (Nachts 2-4 mal füttern, je nach Hunger der Kitten)

4.Woche
- alle 3-5 Stunden füttern (Nachts 1-3 mal)
- man kann auch schon „feste“ Nahrung (Hipp Babygläschen, die reinen Fleischsorten (dient nur zur Umgewöhnung, da die Konsistenz der Milch so ähnlich ist, also kein Alleinfuttermittel!!), Nassfutter oder Rohfleisch (kein (Wild-)Schwein!!!!) anbieten.

5.Woche
- alle 4-5 Stunden füttern (Nachts je nach Hunger der Kitten)
- vorwiegend Aufzuchtmilch, aber zunehmend feste Nahrung

Findelkitten Cookie ca. 6 Wochen alt
6.Woche
- die Kitten sollte schon langsam entwöhnt werden, wenn sie es nicht schon selbst gemacht haben, je nach dem wieviel von der festen Nahrung sie fressen sollten immer weniger Malzeiten aus der Aufzuchtmilch bestehen

- 5-7 Malzeiten sollten die Kleinen bekommen, es ist nicht immer möglich diese frisch hinzustellen, deshalb kann man den Napf vor dem weggehen so gut füllen, dass die Kitten nicht alles auf einmal fressen können und somit nicht zu lange auf ihre nächste Mahlzeit warten müssen.

7.Woche
- man verfährt von jetzt an wie in der sechsten Woche (immer seltener Milch, häufig füttern), bald reichen dann 4-5 Malzeiten am Tag
- die Kitten sollten mindestens bis zum 1. Lebensjahr soviel fressen dürfen wie sie wollen, da sie wachsen und extremst aktiv sind, verbrennen sie jede Menge Kalorien und wenn sie im ersten Lebensjahr hungern müssen, könnten sie Fressmaschinen bleiben, da sie eine ausreichende Deckung an Nährstoffen im Kittenalter nicht gelernt haben und somit immer gewillt sind den Körper "zu überfüllen" um ausreichend zur Verfügung zu haben, und das ist sehr schwer „abzuerziehen“.
Besonderes "Kittenfutter" braucht man nicht, in der Natur gibts auch keine "Kitten"-, "Senior"- oder "Adult"- Futtermäuse. Achtet auf ein gutes, hochwertiges Nassfutter, ohne Schnickschnack, mit einem hohem Fleischanteil ohne Nebenprodukte/ Zucker und Getreide und das Kitten wird gut ernährt. Zum erhöhten Flüssigkeitsbedarf kann man bei Kitten unter das Nassfutter abgekochtes, abgekühltes Wasser mischen. Als Appetitanreger kann man auch warmes Wasser untermischen, dann steigt der Geruch des Futters. 

Bei Fressproblemen im Sinne von Verweigerung kann man Reconvaleszens oder NutriCal Cat Plus (mit Taurin) einsetzen. Dies sind hochkalorische Nahrungsergänzungen, welche v.a. bei Kitten eine Energie- Unterversorgung vermeiden. Bei Futterverweigerung von >24h sollte ein TA aufgesucht werden, der die Ursache abklären kann und Behandlung einleitet.

Kastration:
Wenn man Mamakatze mit Kittenwurf aufgenommen hat, sollte diese natürlich zeitnah kastriert werden. Dies geht auch während der "Aufzuchtphase", am besten wenn die Kleinen ca. 6 Wochen alt sind. Mamakatze braucht danach ca. 1-2 Tage Erholung (wenn überhaupt) und darf dann zum Wurf zurück.

Kitten im jungen Alter können frühkastriert werden. Wenn sie OP- fähig sind und ein geeigneter TA zu finden ist, können die Kleinen ab 8 Wochen kastriert werden. Sie stecken die OP meist besser weg, als wenn sie älter sind. Spätestens mit 6-8 Monaten sollte die Kastration durchgeführt werden. Im gleichen Augenblick kann man das Tier mittels Chip kennzeichnen lassen.

Verhalten:
Kitten sind wild und laut und unerfahren- v.a. Gefahrquellen sollten ausgeschaltet werden. Stromkabel, Steckdosen etc. sollten gesichert werden. Quetschspalten sollten vorerst zugemacht werden. Wenn die Kitten noch ganz klein sind, sollten sie nicht auf die Höhe kommen. Durch die Unerfahrenheit könnten sie stürzen. Auch Balkonnetze stellen eine Gefahr dar: Wenn die MAschen zu weit sind, könnte sich das Tier mit dem Kopf durchquetschen und starngulieren. Auch Kippfenster sollten dringend gesichert sein. Außerdem auf herumliegende Speisen achten- Katzen können sich an Rosinen und Schokolade vergiften! Behaltet die Kleinen immer gut im Auge.

Außerdem sind es kleine Wirbelwinde, die ihre Grenzen noch nicht kennen. Beim spielen nicht überfordern, da es sonst zum Kollaps kommen könnte.

Kitten schlafen aber auch noch viel- schafft warme Kuschelplätze!


Die Bindung zu "ihren" Menschen ist für Handaufzuchten das Wichtigste. Seid für die Kleinen zu jeder Tages- und Nachtzeit präsent. Um die Nähe zu gewährleisten, kann man sich auch ein großes Tuch umbinden und die Kleinen darin "transportieren" oder schlafen legen. Der menschliche Herzschlag beruhigt und außerdem ist es warm.

Kittenaction ist normal! Die ausgeweckten Kleinen Katzen lassen ein kaum Ruhe. Sie stellen immer neuen Blödsinn an und mit Ruhe ist es vorerst vorbei. Kitten sind wild, verspielt und toben viel! Liebgewonne Deko am besten IM Schrank sichern, bis die "Sturm- und Drangzeit" vorbei ist. Kitten sind actiongeladen und dies sollte man vorher Wissen: mit Kitten im Haus bleibt es nicht ruhig! Das ist normal und gut so!

Kitten sollten mit Kitten aufwachsen, um ihre Energie abzuladen und gegenseitig zu raufen! Kitten zum Senior setzen ist eher kontraproduktiv. Das Kleine lastet sich nicht aus und Senior ist überfordert...

Außerdem:
Bei Kitten sollte man zunächst auf Bentonit-Klumpstreu verzichten! Denn es besteht die Gefahr, dass die Kleinen diese fressen und es dadurch zu einem Darmverschluss kommt. Alternativ nimmt man pflanzliches Klumpstreu (CatsBestÖkoPlus) oder Silikatstreu, welches nicht verklumpt, sondern wo alles nur durchsickert.
Eine Handaufzucht ohne kätzischen Kumpel ist eine der sichersten Methoden sich eine "Problemkatze" zu erziehen, denn Handaufzuchten durften ja meist sogut wie keine bis gar keine Erziehung und Zuneigung der Mutter und Geschwister geniessen und sind noch anfälliger für die, die wenigstens noch einen Hauch von sozialem Verhalten von ihrer Mutter/ Geschwister lernen durften. Vergesellschaftungen mit den eigenen Katzen sollte erst erfolgen, wenn alle ansteckenden (und z.T. tödlich verlaufende) Infektionskrankheiten und Parasiten ausgeschlossen wurden (vom Tierarzt!)

Deshalb ist es auch wichtig Ausschau nach weiteren Kitten und der Mutter zu halten. Es kann sonst was passiert sein, dass die Familie auseinander gerissen wurde und die Mutter vllt. verwirrt ist und deshalb ihre Kitten allein gelassen hat...

Links das gewachsene Findelkitten Kira(Törtchen) mit Findelkitten Cookie
Es ist zwar möglich,dass auch ein einzelnes Kitten ausgesetzt wurde, aber davon sollte man nicht sofort ausgehen.
Eine Möglichkeit wäre, das Kleine Findelkind in einen Transportkorb zu setzen und in gebührendem Abstand beobachten. Die Mutter sollte von den Rufen "angelockt" werden. Sieht man eine potenzielle Mutter sollte sie so schnell wie möglich zu ihre(n) Kitten gesetzt werden. Zum Beispiel mit einer Lebendfalle, die man sich vermutlich von einem Tierschutzverein ausleihen kann oder -falls man ganz viel Glück hat- die Mutter anfüttern. Wenn sie anscheinend nicht besonders scheu ist, dann hat man die Chance die Kitten bis zur 12. Woche mit der Mama zusammen zu lassen und die Mutter sollte in der Zeit- oder mindestens bis sie kastriert ist- nicht mehr nach draußen können, da sie wieder trächtig wird oder die Kitten ihre Mutter dadurch verlieren.

Es hilft auch in der Nachbarschaft kund zu geben, dass man ein Kitten gefunden hat und tierliebe Nachbarn halten dann mit nach der möglichen Familie des Kleinen ausschau.
Man kann ein Findelkind sowieso nicht mir nichts dir nichts behalten, es könnte ja doch zu jemandem gehören. (selbst wenn es unverantwortlich ist, so einen Zwerg schon raus zu lassen). Man sollte "den Fund" bei der Polizei und im Fundbüro melden, wenn sich nach 6 Monaten niemand meldet, gehört die Mietz offiziell zu ihren neuen Besitzern...ansonsten muss man sie zurück geben, wenn dies verlangt wird... 

Bei solchen Zwergen ist es auch ratsam in der Nachbarschaft zu erzählen, dass eine Mietz gefunden wurde, da sie aus der Umgebung kommen könnten, da sie eigentlich nicht in der Lage sind wirklich weit zu laufen...

Wenn man keine Zeit hat oder sich mit dem Findling überfordert sieht, sollte man keine Scheu haben, den örtlichen Tierschutzverein oder eine Private Pflegestelle (am besten mit Kittenerfahrung) zu Rate zu ziehen oder das Kleine in die guten Hände abzugeben. Es muss schließlich erstmal gewährleistet sein, dass man sich rund um die Uhr kümmern kann! Wenn dies nicht möglich ist, dann lieber abgeben, zum Wohle des Kleinen, damit sein Überleben gesichert ist.

Wenn das Kleine Vermittlungsfähig ist (sprich ab der 12. Lebenswoche, gesund und munter, sozialisiert) kann man es abgeben (bitte nie in Einzelhaltung, v.a. Kitten brauchen gleichaltrige Gesellschaft!) oder als eigene Katze behalten. Bei der Vermittlung könnte auch ein Tierschutzverein helfen. Bitte beachtet, dass ihr einen Schutzvertrag aufsetzt und eine Schutzgebühr verlangt, damit das Kleine auch wirklich "gute" Besitzer bekommt. Hinweise an nachfolgende Besitzer zum Thema Futter kann nie schaden- Katzen benötigen hochwertiges Nassfutter mit einem hohen Fleischanteil, ohne Nebenprodukte/ Zucker/ Getreide. Trockenfutter ist prinzipiell nicht zu empfehlen, da es nicht der natürlichen Ernährung entspricht. Im Schutzvertrag sollte außerdem die Kastration geregelt sein, welches mit spätestens 6-8 Lebensmonaten erfolgen sollte, wenn das Kitten nicht frühkastriert abegegeben wird.

Kosten:
Plant für eine Handaufzucht viel Geld ein. V.a. bei Komplikationen, kann es sehr teuer werden. Von der Materialanschaffung, über den TA Besuch- und Kontrollbesuchen, bis hin zu Aufzuchtsmilchkosten, es kommt eine hohe Summe zusammen. Bis das Kitten aus dem gröbsten raus ist, kann es gut und gern 500-1000€ kosten, bei Notfällen (OPs, lange Krankheitsphasen etc.) gern auch noch mehr. Eh man eine Handaufzucht "beginnt" sollte man sich dessen bewusst sein.

Donnerstag, 14. November 2013

Die Katzenhaarallergie

Informationen

Eine Katzenhaarallergie ist eigentlich ein falscher Ausdruck. Viel mehr reagiert der Allergiker auf bestimmte Proteine, welche an den Katzenhaaren haften und hauptsächlich im Speichel enthalten sind. Dadurch, dass sich Katzen putzen, gelangen diese Proteine an den gesamten Katzenkörper. Die kleinen Partikel sind sehr leicht und sehr lang schwebefähig so kommen diese dann auch in die unmittelbare Umgebung des Tieres und beim Allergiker entsteht die typische Allergie- Symptomatik.

Nicht jeder Allergiker reagiert gleich "schlimm". Die Symptomatik ist je nach Allergiker unterschiedlich stark ausgeprägt. Außerdem gibt es auch Unterschiede zwischen verschiedenen Rassen, Alter, Geschlecht des Tieres, denn die Produktion der kleinen allergieauslösenden Partikel fällt unterschiedlich aus.


Symptome

- allergischer Schnupfen mit Niesen
- Quaddelbildung auf der Haut
- Rötung der Haut, brennender, juckender Ausschlag
- Anschwellen und Jucken von Kratzverletzungen
- gerötete Augen
- tränende Augen
- geschwollene Schleimhäute
- Luftnot

Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein allergisches Asthma, welches bei Ausbruch auch lebensgefährlich werden kann, da der Erstickungstod bei Nichtbehandlung droht. Ein anaphylaktischer Schock ist außerdem eine große Komplikation bei Allergien und es besteht ebenfalls akut lebensgefahr und Krankenhauspflicht.


Diagnose

Eine Diagnose kann der Hausarzt mittels Allergietest stellen. So wird auch herausgefunden, wie stark ausgeprägt eine Allergie ist und ob Behandlungsbedarf besteht. Wichtig zu wissen ist auch, dass eine Allergie sich auch im Laufe des Lebens erst entwickeln kann. So kann es z.B. sein, dass ein Mensch 15 Jahre lange keine allergischen Reaktionen gezeigt hat und plötzlich tritt Symptomatik einer Allergie auf. Der Allergietest kann auch widerholt werden.

Bei einer sehr stark ausgeprägten Allergie, raten einige Ärzte sogar dazu, Menschen, welche Katzen besitzen zu meiden und vor Kontakt sollen diese sich umziehen.

Man kann sich außerdem bei einen Allergologen oder Homöopathen in Behandlung begeben.

Gute HNO- Ärzte führen auch Allergietests mit Haaren der eigenen Katzen durch- einfach mal nachfragen!


Differenzialdiagnose

Oftmals werden Hausstauballergien auch als Katzenhaarallergie gleichgestellt. Hier sollte unbedingt differenziert werden, vor allem bei Katzenbesitzern, denn zu wissen, um welche Allergie es sich handelt, ist der Grundsatz für eine erfolgreiche Behandlung.


Katzenliebhaber trotz Allergie

Katzenliebhaber sind dann erstmal geschockt. Nun sind sie in Besitz eines lieben Stubentigern und plötzlich die Diagnose Katzenhaarallergie. Die Ärzte raten natürlich dazu, die Allergieauslöser zu meiden- sprich Katzen abgeben. Das muss nicht immer sein und man sollte erst alle Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen, eh man sich nach einen neuen liebevollen Zuhause für die Tiere umschaut. Vermitteln wegen stark ausgeprägter und nicht behandelbarer Katzenhaarallergie kann man auch über Tierschutzvereine.

Die Möglichkeit, Katzenbesitzer trotz Allergie zu sein, ist abhängig von der Schwere der Allergie und der eigenen "Leidensfähigkeit".

Die Schulmedizin ist mit Allergietherapie oft "überfordert" und bei vielen Allergiegeplagten hilft eine Alternative Behandlung besser, als dass vollstopfen mit Medikamenten. Ein gut gemeinter Rat ist IMMER der Gang zum Heilpraktiker, diese kennen verschiedene Methoden und stellen einen individuellen Therapieplan zusammen und ändern diesen nach Bedarf auch ab (z.B. bei Nichterfolg oder Symptomatik- Verschlechterung)

Hier eine gut behandelte Katzenhaarallergie:

Die Allergie war sehr stark ausgeprägt, der Allergologe sagte nach Allergietest den Kontakt zu Personen mit Katzen zwingend meiden, da es verstärkt zur Allergiesymptomatik kommt. 1/2 Jahr später, wurden die Katzen gesittet, als wir im Urlaub waren UND- keinerlei Symptome! Behandelt mit: Cystustee










Behandlungsmethoden

Hyposensibilisierung

Bei der wird versucht, den Körper langsam an immer höhere standardisierte Konzentrationen des Allergens zu gewöhnen. Einige Krankenkassen übernehmen jedoch die Kosten der Hyposensibilisierung gegen Katzenallergene noch nicht, auch ist es z.T. schwierig geeignete Ärzte für eine HS zu finden, diese führen nämlich nicht alle durch. DIe HS ist eine lange Therapie, welche 2-3 Jahre andauert. Ein Therapieerfolg bei Katzenbesitzern ist hier leider jedoch fraglich, weil von Anfang an die Konzentration des Allergens in der unmittelbaren Umgebung dauerhaft zu hoch ist.

Über einen gewissen Zeitraum bekommt der Patient Spritzen mit Allergenen injiziert, dies sollte man vor der Hypo auch wissen.


Eigenbluttherapie

Hierbei spendet man sein Eigenblut und bekommt es gefiltert und ausgelesen in bestimmte Bestandteile zurück transfundiert. Somit stärkt man das Immunsystem und regt die Bildung von Blutzellen an, was eine wichtige Rolle bei den "Allergiezellen" spielt.

Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt ist fraglich.


Akkupunktur

Hierbei werden spezielle "Körperpunkte" stimuliert durch das "anstechen" mit ganz feinen Nadeln. Über diese Methode kann ein Heilpraktiker sehr gut informieren und beratschlagen, ob dies eine sinnvolle Therapiemethode für den Betroffenen ist.

Die Akkupunktur ist eher bei schwach ausgeprägten Allergien eine Möglichkeit, um eine Verschlechterung zu vermeiden. Die Kosten hierfür werden so gut wie nie von den Krankenkassen übernommen.


Enzympotensierte Desensibilisierung (EPD)

Diese Therapiemethode soll weit höhere Erfolgschancen bieten, wie die herkömmliche Hyposensibilisierung. Man bekommt über den Winter (pollenfreie Zeit) verteilt 2 bis 3 Spritzen injiziert. Drei Tage vor und mindestens fünf Tage nach der Spritze soll man nicht in Kontakt mit Katzen kommen, um maximale Erfolge zu erzielen.

Es handelt sich hierbei um eine relativ neu entwickelte Methode, desswegen sind die durchführenden Ärzte rar. Die Übernahme der Kosten von der Krankenkasse ist nicht immer sichergestellt.


Homöopathisch

Hierfür sollte man sich einen guten Heilpraktiker suchen, eventuell auch einer der mit Tierheilpraktikern kooperieren kann. Ein bestimmtes Homöopathisches Mittel wird individuell zusammengestellt und man kann sich damit therapieren lassen. Auch können hier Bachblüten zum Einsatz kommen.


Bioresonanztherapie

Hierzu am besten an einen Heilpraktiker wenden, der kann die Methode ganz ausführlich beschreiben und dazu beraten!


Symptome lindern (empfohlen bei sehr schwach ausgeprägten Allergien)

Hier kann wiederrum die Schulmedizin gut helfen- Medikamente zum Abschwellen der Schleimhäute und Inhalationssprays können die Ärzte über Rezepte verschreiben. Außerdem auch Cremes zur äußeren Anwendung bei leichten Hautausschlag kann man sich verschreiben lassen.

Lisino und/oder Zyrtec sind gegen Allergiesymptomatik geeignet- beide Medikamente machen nicht müde!

Bei Juckaugen und Triefnasen hilft Cromoglicinsäure, gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Wenn die Nase/ Atmung ganz zu ist hilft Dexa-Rhino Spray (VERSCHREIBUNGSPFLICHTIG, KEINE Langzeitbehandlung empfohlen!)

Gegebenenfalls die klassische Palette der Asthmasprays anwenden- unter Rücksprache und Verordnung des Arztes.

Bei "nur" allergischen Schnupfen, kann man die Nase täglich mit Salzwasser reinigen (auf jeden Fall speziell dafür geeignetes Salz verwenden, wie z.B "Emser Salz"). Dafür die ausgediente Nasensprayflasche mit Salzlösung füllen und in die Nase sprühen.

Antihistaminikum wie z. B. Cetirizin oder Lorano vermindert ebenfalls die Allergiesymptome.

Rote und juckende Augen kann man mit gut wirkenden Augentropfen von Vividrin behandeln.


Behandlung der Katzen

Dann gibt es eine Art Spray, welches ALLERPET heißt. Dieses wird der Katze in das Fell gerieben (ist für die Katze völlig unschädlich). Es verhindert bzw. reduziert die Bildung von den Allergenen.


Behandlung der Umgebung

Man kann für die eigene Wohnumgebung einen Luftreiniger einsetzen. Hierfür gibt es speziell entwickelte Geräte für Allergiker. Die Allergene im Wohnraum werden minimiert, da die Luft "gesäubert" wird. Die Allergenbelastung wird auf ein Minimum heruntergefahren.


Alternative/ Unterstützende Behandlung

Man sollte außerdem sein Immunsystem stärken. Am besten auch mit Hilfe eines Heilpraktiker, dieser kann direkt Mittel nennen, welche auf bestimmten Ebenen wirken. Generell wirkt Vitamin C (Citrusfrüchte, Hagebutten) sehr immunstärkend. Propolis ist ein natürliches "Wundermittel", welches es in Pulver-, Tropfen- oder auch Salbenform gibt. Die Salbe ist ganz praktisch bei Kratzern. Es wird direkt auf die Wunde geschmiert und somit kann man das anschwellen und ausbreiten einer Rötung minimieren. Schwarzkümmelöl (-kapseln, schmeckt nicht besonders) können ebenfalls unterstützend wirken.


Pflanzliche Behandlung

Einige Pflanzen wirken ebenfalls positiv bei Allergien:

*Lapacho
Allergiker sollten über 4 Wochen hinweg täglich einen Liter in kleinen Mengen zwischen den Malzeiten trinken (lauwarm und ungesüßt). Danach folgen 4 Wochen Pause und dann beginnt die Tee- Kur von vorn, solange bis sich die Symptome lindern bzw. verschwinden. Außerdem sollten Allergiker einmal die Woche ein Bad (1L für eine volle Wanne) mit starkem Lapacho-Tee nehmen und den Tee regelmässig inhalieren. Außerdem kann man bei einer schweren Allergie mit Lapacho- Kapseln ergänzen.

Link: http://www.lapacho-tee.net/anwendung.html

*Cystus
Hauptsächlich stärkt Cystus das Immunsystem. Viren und Bakterien werden in ihrer Ausbreitung im Körper behindert, weil sie durch die in dem Pflanzenextrakt enthaltenen Inhaltsstoffe rechtzeitig blockiert werden. Ebenso kann Cystus eine positive Wirkung bei der Allergiebehandlung erzielen. Die Kur mit Cystustee entspricht von der Dosierung her der Lapachotee- Kur. Auch Cystus trinkt man über mehrere Wochen, macht Pause, widerholt dies. Außerdem Dampfbad zum Inhalieren machen und in Cystus baden.

Link: http://pagewizz.com/cystustee-wirkung-anwendung-und-nebenwirkungen-von-zistrosentee/


Kinesiologie ("Heilen durch Bewegung")

Die Kinesiologie gehört in den Bereich der komplementären Diagnostik- und Therapieverfahren. Blockierungen im Körper lassen sich mit ihrer Hilfe durch Energieausgleich lösen. Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert, die dann zur Unterstützung oder Erhaltung der Gesundheit eingesetzt werden. Das Basiswerkzeug stellt der Muskeltest dar. Das Grundprinzip dabei ist, dass jeder Muskel auf spezielle Reize reagiert: Nahrungsmittel, Medikamente, Farben, Kleidung, Emotionen, Stress etc. Durch diese Reize kann sich der Muskeltonus, d.h.die Kraft des Muskels, schlagartig ändern. Auf diese Weise kann uns der Körper selbst zeigen, was gut für ihn ist und was nicht. Unser Körper ist also ein phantastischer "Biocomputer", der uns ganz exakt Auskunft über seinen Zustand geben kann und somit eine individuelle ganzheitliche Therapie möglich macht.

In der Kinesiologie kann mit unterschiedlichen Konzepten gearbeitet werden:
http://www.kinesuisse.ch/kinesiologie/kinesiologie-konzepte.html

Die Behandlung erfolgt über einen Speziell Geschulten Kinesiologen und wird z.T. von der Krankenkasse übernommen.

Die Behandlung erfolgt ohne Medikamente und kann somit auch keine Nebenwirkungen hervorrufen. Zum Teil kann man schon nach der ersten Behandlung Erfolge erzielen, spätestens nach 3 Sitzungen minimiert sich die Symptomatik deutlich. Nach der Behandlung meidet man für 24h den direkten Kontakt zum Allergieauslöser (Katze). Wenn die Symptomatik erneut auftritt, wird eine neue Sitzung nötig sein, um es in den Griff zu bekommen.


Tipps und Tricks

- Teppichböden durch PVC/ Laminat/ Parkett/ Fliesen ersetzen, diese Böden saugen und wischen, denn durch kehren wird STaub erst aufgewedelt und die Allergene verteilen sich
- Katze oft bürsten/kämmen (aber natürlich nicht der Allergiker!), mit feuchtem Tuch abwischen (wenn er/sie es zulässt), außerdem kann man mit dem Furminator die Unterwolle minimieren, zur Unterstützung für gesundes Fell und um den Fellabwurf zu minimieren kann man Lachsöl oder Bierhefe (nur bei gesunden Katzen!) als Nahrungsergänzung reichen
- andere Allergien testen und behandeln, diese sind oft nämlich mehr ausgeprägt als die eigentliche Katzenhaarallergie
- Allergietest widerholen
- alle Behandlungsmethoden ausschöpen, eh man das geliebte Tier abgibt
- Bettzeug wegen Federn eventuell gegen Allergikerbettwäsche/ Kunstfasern austauschen
- nach jedem Katzenkontakt die Hände waschen, Katze nicht an das Gesicht lassen, zum schmusen kann man einen "Schmusekittel" tragen, Kleidung welche viel Katzenhaare anzieht wechseln
- ein Zimmer, auf jeden Fall aber Schlafzimmer, katzenfrei halten, bis Therapieerfolge entstehen
- vor dem zu Bett gehen die Haare waschen
- Beutellose Staubsauger benutzen, diese werden öfter entleert und den Behälter kann man auswaschen, außerdem lassen sich die Filter besser reinigen
- Putzen mit einer Feinstaubmaske
- Katzenschlafplätze am besten von dem Nicht-Allergiker im Haushalt reinigen lassen und dies regelmäßig
- Fusselbürsten nehmen Katzenhaare auf
- Beratung von Ärtzen die ebenfalls Katzen haben, diese sagen dann nicht pauschal: Katze weg!


Katzenhaltung trotz Allergie- ja es kann funktionieren!

Mittwoch, 13. November 2013

Katzenzusammenführung

Katzen sind soziale Tiere und brauchen Artgenossen. Sie sollen nicht allein gehalten werden, Themen dazu findet ihr genügend unter der Rubrik "Einzelkatzen" und "Anfänger". Hier sind wir nun einen Schritt weiter und nun soll es darum gehen, wie man passende Kumpel findet und wie man sie zusammenbringt. Eins vorneweg: Knall auf Fall ist nie gut, man sollte eine Zusammenführung bedacht angehen...

Meine Katze lebt bisher allein. Sie ist unter 1 Jahr alt


Katzen bis zu 1 Jahr sind Kitten. Hier ist die Zusammenführung meist Problemlos. Zu so jungen Tieren bitte keine Opis oder Omis setzen, diese sind mit der Aktivität und Power der Jungspunde überfordert. Kitten brauchen dringend Kumpels, denn in diesem Alter prägt sich das Sozialverhalten am meisten. Wenn Kitten vereinsamen, machen sie Blödsinn und oft stellen sich arge Verhaltensprobleme ein. Etwa werden sie Unsauber, zerkratzen Möbel, fressen Kabel an, räumen Schränke aus usw. Kitten sollen nie allein gehalten werden, auch wenn sie mal Freigänger werden. Eh man Katzen rauslässt, vergeht einige Zeit. Sie müssen vorher kastriert sein und eine feste Bindung zum Zuhause haben. In dieser Zeit sind sie ohne Artgenossen isoliert- also jemand dazu und wenn Freigang dann eben zwei Katzen in Freigang geben.


Meine Katze lebt bisher allein. Sie ist über 1 Jahr bis 9 Jahre alt


Hier bitte auch keine Senioren oder Jungspunde dazu setzen. Diese Katzen sind zwar noch sehr aktiv, dies
ändert sich aber mit fortschreitenden Alter. Dann wird der Altersunterschied einfach zu groß und es entsetht schnell Stress. Die Altersspanne sollte 1/2 Jahr Unterschied nicht überschreiten, so ist die Gefahr am geringsten, dass es auch später noch zu Problemen kommt.


Meine Katze lebt allein und ist 10 Jahre oder älter


Hier spricht man von Senioren, wo sich das Einzelkatze- Dasein wohl schon sehr eingeprägt hat und man nur einen Zusammenfhrungsversuch starten sollte, wenn man erfahren ist bzw. sich ziemlich sicher ist, dass es glückt. Bitte immer nur Katzen zusammenführen, die im ähnlichen Alter sind, denn die Bedürfnisse sind dann gleich und Probleme können so am besten vermieden werden. Einzelkatzen gibt es nicht aus Prinzip, sie werden vom Menschen dazu gemacht. Wenn ein Tier jahrelang ohne Artgenossen lebt, dann prägt sich das ein und entsprechend ist dann das Verhalten. Meist sind die Einzelkatzen aber die älteren, Ausnahmefälle für die es aber dennoch auch schöne Optionen gibt- warum nicht eine Seniorkatze zu lieben alten Menschen? Tiere können so viel geben, Seniorkatzen brauchen Ruhe und sind nicht mehr wild und so dankbar, wenn sie einen schönen Lebensabend verbringen dürfen, bei einem Menschen, der einfach da ist.

Aber im Tierheim wurde gesagt es sei ein Einzeltier


ändert sich aber ab einen gewissen Alter. Bei Katzen im Alter von 1-10 Jahre sollte immer ein ähnliches Alter dazu, der Abstand maximal 1/2 Jahr sein, damit man Problemen aus den Weg gehen kann. Eine Garantie gibt es natürlich auch hierfür nicht. Nun kommt es in dieser Altersspanne darauf an, wie lang das Tier isoliert gelebt hat. Je länger, desto schwieriger gestaltet sich die Zusammenführung. Diese Tiere waren jahrelang allein und plötzlich kommt da jemand neues dazu. Hier muss bedacht vorgegangen werden und Hauruck Aktion sind hier definitiv Fehl am Platze.
Die Situation im Tierheim ist eine Ausnahmesituation. Dort kann über das Verhalten in einer endgültigen Familie nur spekuliert werden. Am besten können Pflegestellen das Verhalten von Katzen einschätzen. Im Tierheim sind einfach viel zu viele verschiedene Tiere auf einen Fleck, zu viel Unruhe, wenig Zeit zum kümmern und einfach "Dasein" der Pfleger, 1000 verschiedene Gerüche, Situationen, Geräusche- einfach alles was verunsichert. Dort kann kein Tier richtig eingeschätzt werden. Desswegen- das Tier im neuen Zuhause erstmal ankommen lassen, eingewöhnen lassen, Vertrauen schaffen und dann entscheiden, ob ein Artgenosse wirklich ausgeschlossen ist. Eventuell bei katzenerfahrenen Menschen nachfragen und die Situation einschätzen lassen. Auch für eine Tierheim Katze, welche als Einzeltier ausgeschrieben wurde, besteht eventuell noch Hoffnung :)


Eine Katze von zweien ist verstorben


Hier ist es so, wenn auch sehr traurig- die Katzen sind Gesellschaft gewöhnt, allerdings in der Zeit des Verlustes ebenso sensibel wie wir Menschen. Man sollte aber nicht verpassen, so schnell wie möglich wieder ein Artgenossen dazuzusetzen. Katzen trauern auch, aber still. Ein Artgenosse bietet Abwechslung und spendet Trost im Dasein. Der Mensch versteht die Katze nicht, Katzen untereinander verstehen sich dagegen schon. Katzen, welche gut sozialisiert sind und immer Gesellschaft hatten, werden dies auch wieder einfordern.


Die Auswahl der richtigen Katze


Der richtige Katzenkumpel sollte das gleiche Geschlecht haben und ähnliches Alter. Außerdem sollte der Charakter ähnlich sein, sprich zu ruhigen Gesellen keine hyperaktiven Katzen setzen. Katzen, welche sehr viel ruhen und auch sonst nicht viel Wert auf Action legen, sollten also jemand passendes dazu bekommen, ebenso wie aktive, neugierige Wildfänge einen zweiten Wildfang bekommen sollten. 


Wie oben beschrieben, werden Tiere im Tierheim oft falsch eingeschätzt, weil die Situation im Tierheim niemals mit einem richtigen Zuhause zu vergleichen ist. Pflegestellen und Tierschutzstellen mit Pflegekatzen können oftmals am besten den Charakter einschätzen. In einschlägigen Katzenforen kann man Pflegestellen anfragen oder beim örtlichen Tierschutzverein nach Pflegestellen aus der Umgebung nachfragen.

Bei Rassekatzenhaltern sollte man auch trennen, welche Rassen man hat. So passen Bengalen und Orientalen gut zusammen in Sachen Actionreiches Katzenleben und British Kurzhaar passen gut mit Ragdolls o.ä. zusammen in Sachen Gemütlichkeit.

Bitte keine Katzen über Vermehrer beziehen, dies ist nicht im Sinne des Tierschutzes. Gutes tut man, wenn man die Tiere aus Heimen, von Pflegestellen, Auslandstierschutzstellen o.ä. herholt. Das Katzenelend soll verringert werden, also Vermehrer nicht unterstützen, auch nicht nur einmal.


Geschwisterkatzen


Natürlich ist es günstig, wenn man Geschwister aufnehmen kann. Nun ist es aber so, dass nicht unbedingt immer ein Wurf Kitten im Tierschutz zur Verfügung steht. Wenn doch, ist dies natürlich praktisch für die neuen "Katzeneltern", denn die Kleinen kennen sich, müssen nicht erst getrennt werden und haben sozusagen die ganze Zeit über Gesellschaft genossen. Hier bitte auf das Gechlecht achten, es empfiehlt sich immer Katze zu Katze und Kater zu Kater.


Katze- Katze, Katze- Kater, Kater- Kater --- ja wie denn nun?


Am besten ist immer: gleiches Geschlecht. Auch wenn es anfangs noch nicht so rüber kommt, aber Katze- Kater unterscheiden sich im Verhalten. Kater raufen z.B. doller und derber, viele Katzenmädels werden davon eingeschüchtert. Sie spielen eher sanft, nicht so laut und jagen hintereinander her, ohne aufeinander loszugehen. Kater dagegen wollen beißen, übern Boden rollen und sich vom Versteck aus auf den Kumpel stürzen. Vielen Mädels wird dies dann oft zu viel, es kann Probleme geben. Der Kater kann sein Spielverhalten nicht richtig ausleben und das Mädel wird früher oder später zur Angstkatze. Dieser Situation kann man vorbeugen, indem man gleichgeschlechtliche Pärchen oder Gruppen hält.

Wenn man anfangs Katze- Kater Konstellation gewählt hat und später merkt, es war keine gute Wahl, muss man sein Tier natürlich nicht abgeben. Abhilfe kann dann ein weiteres Tier schaffen, da ist es wichtig, dass Kater immer einen Kater brauchen. So können diese sich austoben und dem Mädel wird mehr Ruhe gegönnt und sie muss nicht als Objekt der Begierde herhalten- sie braucht keine Angst mehr vor Katerattacken haben. Kätzinnen sind oftmals sanfte Gemüter.

Grundlagen der Zusammenführung


Eine Zusammenführung muss bedacht angegangen werden, der Mensch muss wissen, worauf er sich einlässt und den Katzen gegenüber sicher wirken. Unsicherheit des Menschen verwirrt die Tiere ungemein. "Knall auf Fall" und "Hauruck-Aktionen" sind nicht empfehlenswert, es sei denn, es handelt sich um Katzenkinder, diese arrangieren sich sehr schnell miteinander.

Nachdem man die richtige Katze (siehe oben) ausgewählt hat, muss man an die Räumlichkeiten denken- kann man separieren, so dass sich keiner ausgeschlossen fühlt? Sind ausreichend Klos/ Futterplätze/ Schlafplätze etc. zur Verfügung?

Außerdem empfiehlt es sich, dass der Mensch nicht für so viele Stunden am Tag außer Haus ist, damit die Zusammenführung unter Beobachtung steht. Obwohl es bei aufgeregten Menschen auch angebracht ist, sich selber mal runterzufahren und mal ein Spaziergang zu machen, um abzuschalten. Zusammenführungen können gut gemacht werden, wenn der Mensch von Zuhause aus arbeitet, frei hat oder in der Urlaubszeit.

Es ist wichtig, dass die Tiere bei der Zusammenführung nicht akut krank sind. Kranke Tiere sind "Opfer" und Zielobjekt von Aggressionen. Der Gesunheitszustand der zu zusammenführenden Tiere sollte also geklärt sein.

Es sollte mindestens 1 Woche Zeit eingeplant werden für die Zusammenführung. Schwierige Zusammenführungen können sich aber auch über Monate ziehen- die Geduld des Menschen ist sehr wichtig!

Tipps und Tricks


Die Neukatze separieren und erstmal ankommen lassen. Den Extraraum ruhig wählen, Futter und Klo sollten bereitstehen, dann die Katzenbox öffnen. Vorher versichern dass sie in Ruhe und ungestört ankommen kann.

Zur "alteingesessenen Katze" gehen und diese streicheln und Beachtung schenken.

Die erste Nacht keine weiteren Experimente vornehmen und beide Tiere in Ruhe lassen.

Den nächsten Tag und generell alle kommenden Tage, die Katzen pappsatt füttern- mit vollen Bauch kämpft es sich nämlich schlecht. Hungrige Katzen sind auf Krawall gebürstet und könnten neue Tiere als Konkurrenz beim Futterkampf sehen.
Katzen dürfen sich am Türspalt mal beschnuppern.


Kissen/ Decken/ Boxen immer mal austauschen, so werden schonmal Gerüche wahrgenommen.

Katzenklos könnten auch ausgetauscht werden. Am besten wenn "Hinterlassenschaften" noch drin sind. So lernen sie sich kennen.

Katzen mit getragenen Pullis vom Menschen abrubbeln und dann zum drauflegen anbieten- der jeweils anderen Katze. So überträgt sich der gleiche Geruch.

Beide Katzen immer so bespielen, dass sich keine benachteiligt fühlt.

Nach 2- 3 Tagen (liegt im eigenen Ermessen) die Katzen in einen Raum langsam zusammenlassen. Dieser Raum sollte keine offenen Schrankspalten o.ä. haben, damit kein Tier das andere bedrängen kann. Beide sollten vorher ordentlich gefüttert sein. Der Mensch begibt sich auf Tierhöhe (setzen oder auf Boden legen) und lässt die beiden in Ruhe.

Bei Zusammenführungen wird NUR IM NOTFALL eingegriffen! Das heißt: wenn sie sich verbeißen und Blut fließt. Knurren, Fauchen, nacheinander krallen etc. ist NORMAL und das stellt den ersten Kontakt zwischen den Fronten her.

Man kann zu spielen beginnen, Leckerli verteilen usw., damit sie sich langsam kennenlernen.

Bei Unsicherheiten bzw. wenn die Tiere so gar nicht die gegenseitige Ruhe gönnen, kann man Gittertüren nutzen. Diese gehen auch leicht selber zubauen. Es besteht dann Blickkontakt und Austausch von Gerüchen und Geräuschen, es kann aber nichts passieren, im Sinne von Aggression o.ä.

Pheromone können auch eingesetzt werden (Catitude, Feliway) in Stecker oder Sprayform. Die Wirkung ist aber umstritten. Aber für des Menschenseele- man kann alles ausprobieren und Möglichkeiten ausschöpfen ;)

Rescue Tropfen oder Globuli können gegeben werden, bei akuter Aggression oder Unruhe. Einfach zum Unterstützen der Katzen bei der Zusammenführung. Wenn es schwierige Charakterzüge bei den Katzen gibt, empfiehlt sich generell den Rat eines Tierheilpraktiker dazuzzuziehen.