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Mittwoch, 6. November 2013

Seniorkatzen

Wenn Katzen älter werden

Es geschieht meist unbemerkt. Aus dem wild spielenden Kätzchen ist eine erwachsene Katze geworden, aber viele weitere Jahre ziehen ins Land, ohne dass wir große Veränderungen an unserer Katze wahrnehmen. Und "plötzlich" feiern wir den 10. Geburtstag unseres Stubentigers. Ist sie jetzt alt?


Altern ist ein langsamer aber natürlicher Prozess. Genau wie bei uns Menschen beginnt dieser Prozess bei manchen Katzen früher und bei anderen später.

In der Veterinärmedizin werden Katzen bereits mit ca. 8 Jahren als alt bezeichnet. Geriatrische Profile, also ein Altersblutbild, werden beim Tierarzt gemacht und die Futtermittelindustrie bietet spezielles Futter für Senioren (ab dem 8. Lebensjahr) an.

Dabei entspricht dieses Alter gerade einmal einem Menschen mit Mitte 40. Tatsächlich werden Katzen durchschnittlich zwischen 15-17 Jahre alt. Die Methusalems unter den Katzen werden sogar bis zu 25 Jahre alt.



Ab wann spricht man von Seniorkatzen?


Katzen werden schnell erwachsen, lassen sich mit dem „Alt- werden“ dafür viel Zeit. Es gibt einige Anzeichen, die darauf deuten, dass Ihre Katze jetzt zum Senioren wird. Viele Katzen werden ab einem gewissen Punkt einfach weniger, ein Phänomen, dass man auch von uns Menschen kennt. Aufgrund der geringeren Bewegung und Futtermengen wird die Muskelmasse weniger, die Hüftknochen treten stärker hervor, sie wirkt kleiner und zerbrechlicher.


Veränderungen und Erkrankungen mit zu nehmenden Alter


Wenn Katzen älter werden, verändern sich ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten. In der nachfolgenden Liste finden Sie die wichtigsten Punkte, die eintreten können, aber nicht müssen:

Schlafen: Das Ruhebedürfnis nimmt mit zu nehmenden Alter zu. Die Katzen bevorzugen meist weiche und warme Plätzchen, gerne auf einer etwas erhöhten Position, von der aus sie alles im Blick haben.

Zugluft: Alte Katzen sind in Bezug auf Zugluft wesentlich empfindlicher, gerade bei Fensterplätzen sollen wir ein Auge darauf haben.

Schmusen: Viele ältere Katzen werden immer verschmuster, suchen noch mehr als vorher die Nähe ihres Menschen. Sie brauchen die liebevolle Bestätigung, dass sie nach wie vor geschätzt werden.

Spielen: Katzen spielen bis ins hohe Alter, wenn sie dem entsprechend gefordert werden. Ihr Spielen ist zwar weniger intensiv als wie bei einer Jungkatze, aber sie brauchen die Bewegung und die Abwechslung, damit sie sich nicht langweilen und resignieren. Unsere Aufgabe ist es, heraus zu finden, welche Spiele sie inzwischen bevorzugen. Wenn Angeln und Co nicht mehr der Hit sind, bieten Katzenfummelbretter und andere Denkspiele eine Alternative. 

Tüddeligkeit und Sturheit: Auch Katzen können eine gewisse Alterssenilität kriegen, sie kann sich zum Beispiel in einer allgemeinen Verwirrtheit in manchen Situationen zeigen. Und so wie alte Menschen oftmals sturer und weniger flexibel werden, so werden es auch unsere Katzen. In beiden Fällen ist ein liebevolles Auseinandersetzen und Beschäftigen mit der Katze der beste Weg. Die täglichen Rituale die wir mit unseren Katzen haben, werden für eine ältere Katze noch viel wichtiger. Auf sie überfordernde Veränderungen kann sie mit Angst oder Aggression reagieren.

Essverhalten: Vielen Seniorkatzen muss man das Essen hinterher tragen und sie oftmals vom Napfinhalt überzeugen oder mehrere Dosen aufmachen. Wenn Ihre Katze etwas schlechter essen sollte, bieten Sie ihr mehrmals am Tag den Napf an, egal wo sie gerade liegt.

Ernährung: Der Stoffwechsel und die Hormonproduktion einer Katze im Alter verändern sich, sie werden langsamer und das Muskel-Fettverhältnis verschiebt sich. Ihr Energiebedarf – Kalorien – senkt sich, dagegen steigt der Bedarf nach hochwertigen Proteinen (tierischem Eiweiß) und Vitaminen. 

Futternapf: Manche Katzen werden im Alter etwas "steifer", unbeweglicher, andere leiden unter einem übersäuerten Magen. Ein erhöhter Napf - zum Beispiel ein dickes Buch drunter stellen - biete dafür schnelle Hilfe.


Trinken: Ältere Katzen sollten mehr trinken, dass hilft ihnen die Stoffwechselprodukte leichter auszuscheiden. 

Ältere Katzen können unter Verstopfung leiden, auch hier hilft viel Trinken schon weiter. Im schlimmsten Falle muss der Tierarzt oder ein Tierheilpraktiker bei Verstopfungen helfen.




Geruchssinn: Wie bei uns Menschen lassen viele Sinne auch bei den Katzen nach. Der Geruchsinn ist ein wichtiges Kommunikationsmittel von Katzen, so essen sie zum Beispiel auch nichts, was sie nicht riechen können. Deswegen ist Seniorfutter auch meist geruchsintensiver.

Sehkraft: Mit zu nehmenden Alter kann die Sehkraft einer Katze nachlassen, Katzen können auch grauen oder grünen Star kriegen. Falls Ihre Katze davon betroffen ist, ist es ratsam ihre Umgebung nicht großartig zu verändern. Manche Katzen freuen sich, wenn Nachts ein kleines Licht wie zum Beispiel einer Salzkristalleuchte für sie brennt, man kann beobachten, wie sie die Nähe zum Licht suchen.


Hörkraft: Viele ältere Katzen hören schlechter, manche werden gar taub. Ein mögliches Indiz hierfür ist ein lauteres Rufen Ihrer Katze, da sie sich selbst geringer oder gar nicht mehr hört.

Sprungkraft: Arthrose und Rheuma können auch bei Katzen auftreten, genauso wie ein normales Nachlassen der Sprungkraft. Sehr hilfreich sind jetzt kleine Kratzbäume oder Möbel, die Ihrer Katze den Aufstieg auf die Heizung, die Balkonbrüstung oder andere erhöhte Lieblingsplätze erleichtern.

Gelenkigkeit: Die Beweglichkeit wird wie bei uns Menschen auch geringer. Manchmal werden gar die Katzenkloumrandungen zu hoch. Ein kleiner Fußschemel vor dem Klo oder ein etwas eingeschnittener Rand bieten hier Hilfe.

Unsauberkeit: Viele verschiedene Faktoren können bei einer Katze im Alter zur Unsauberkeit führen, Sei es, dass sie in ihrer Verwirrtheit das Klo nicht findet, es nicht schnell genug erreicht hat, sie dachte sie sei auf dem Klo oder sie nicht hineinkam, es kann immer wieder mal passieren. Bitte beseitigen sie kommentarlos das kleine Malheur, sie kann wirklich nichts dafür und meint es in keinster Weise persönlich. Eventuell müssen Sie für eine gewisse Zeit einfach den Teppich wegräumen oder mehrere niedrige Klos aufstellen.

Fell- und Körperpflege: Einhergehend mit der geringeren Gelenkigkeit kommt die Katze beim Putzen nicht mehr überall hin. Mit einem feuchten – nicht nassen! – Waschlappen können wir sie dabei unterstützen.

Haut und Fell: Viele Katzen bekommen im Alter eine trockene Haut und oder ein struppiges oder schuppiges Fell. Oftmals zeigt das einen Mangel an bestimmten Vitaminen oder Spurenelementen an, es gibt viele natürliche Nahrungsergänzungsmittel und Produkte, mit denen Sie ihr – am Besten in Absprache mit Ihrem Tierarzt oder Tierheilpraktiker – helfen können.

Zähne und Zahnfleisch: Zahnstein und Zahnfleischentzündungen sind eine häufige Erkrankung im Alter. Am Besten ist ein regelmäßiger Kontrollblick ins Mäulchen, denn wenn sie davon betroffen sind sollte schnell Abhilfe beim Tierarzt geschaffen werden. Zum einen lassen Schmerzen im Mund Katzen weniger oder gar nicht fressen, zum anderen können längere Entzündungen im Maul zu weiteren Krankheiten wie der chronischen Niereninsuffizienz führen.

Nierenfunktion: An der chronischen Niereninsuffizienz erkranken rund ein Drittel aller Katzen im Alter. 

Herzfunktion: Katzen können im Laufe des Älterwerdens Herzerkrankungen bekommen:

Blutzucker: Nicht wenige Katzen bekommen im Alter einen erhöhten Blutzucker, manche brauchen sogar eine tägliche Insulinspritze.

Fettleibigkeit: Manche Katzen neigen aufgrund zu weniger Bewegung und eventuell auch falschem Essverhalten zur Fettleibigkeit im Alter. Da dies die Gelenke und den Stoffwechsel mehr belastet ist ein langsames Abnehmen in Begleitung eines Tierarztes oder Tierheilpraktikers ratsam.

Schilddrüsenfehlfunktion: Eine Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) ist bei Katzen über 10 Jahren die häufigste hormonelle Störung, sehr typisch ist ein Gewichtsverlust trotz erhöhter Futteraufnahme.

Tumorerkrankungen: Falls Ihnen beim Schmusen ein Knubbel oder Knoten auffällt, lassen Sie ihn bitte tierärztlich untersuchen. Bei Katzen steigt die Neigung an Tumorerkrankungen mit dem Alter. Die häufigste Form ist das maligne Lymphom:




Das Leben mit einer alten Katze


Wenn eine oder mehrere der oben beschriebenen Veränderungen oder Erkrankungen bei Ihrer Katze eingetroffen sind, wenn sie anfängt abzubauen, dann hat ihre letzte Lebensphase begonnen. Ihre Katze braucht Sie, Ihre Gelassenheit und Ihre Liebe genauso sehr, wie sie sie als kleines Kitten brauchte. Natürlich kann es Sie stressen, wenn sie mal wieder nicht ins Klo gepinkelt hat oder wenn sie Sie mehrmals täglich lauthals anmiauzt, weil sie etwas will. Aber es ist auch eine sehr innige Zeit, wenn Sie sich darauf einlassen, wenn Sie zulassen, dass jetzt ihre Lebenszeit sich langsam oder auch schnell dem Ende nähert. Bei den meisten Katzen wird im Alter das Schmusebedürfnis, die Sehnsucht nach Ihrer Zärtlichkeit größer, sie braucht Ihre Nähe und Zuwendung um in Würde zu altern und sich zu verabschieden.

Beobachten Sie sie im Hinblick auf oben beschriebene Erkrankungen oder Beschwerden und lesen Sie ihr jeden Wunsch von den Augen ab.


Ihr Lohn liegt in der Zufriedenheit Ihrer alten Katze, in ihrem lauten Schnurren wenn sie in Ihrem Arm liegt, der gerade wieder einmal einschläft, weil Sie sich wegen ihr nicht bewegen können und wollen.

Freitag, 2. August 2013

Kleines 1x1 für heiße Sommertage...

Katzen, als ursprüngliche Wüstentiere bzw. Steppenbewohner, können es gar nicht warm genug haben. Sie ertragen hohe Sommertemperaturen und genießen heiße Tage in vollen Zügen. Doch so gut sich der Katzenorganismus an die Temperaturen angepasst hat, manchmal wird es auch Katzen zu heiß und man sollte für Abkühlung sorgen...




Menschen können schwitzen und regelön so die Körpertemperatur nach unten. Katzen haben lediglich an den Pfoten kleine Schweißdrüsen, welche jedoch nicht die Körpertemperatur regeln sollen, sondern für Katzen den Nutzen haben, dass sie ihr Revier markieren können. Bei dauerhaften Temperaturen um die +34° wird es selbst den gemütlichsten Stubentiger zu viel.

***

Wenn es der Katze zu warm ist, putzt sie sich auffällig viel. Der Speichel am damit benetzten Fell verdunstet und sorgt für eine Abkühlung der Haut. Eine Katze kann allerdings auch einen Hitzeschlag bekommen oder auch Sonnenbrand-

Sonnenbrand- v.a. helle/ weiße Katzen sind dafür anfällig, v.a. die dünnen Häute an Nase und Ohren, diese sollte man schützen. Wenn sich ein Tier sehr verbrannt hat, muss man betroffene Stellen behandeln und pflegen. Lauwarmer Kamillentee und Bepanthencreme (Augen-Nasensalbe) können genutzt werden, allerdings sollte man sein Tier beim Tierarzt vorstellen.

Hitzeschlag- kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein und erste Anzeichen müssen wahrgenommen werden und es besteht akuter handlungsbedarf! Anzeichen hierfür: die Katze hechelt, ist apathisch, die ATmung und der Herzschlag rasen, das Tier zittert oder verkrampft sich. Es ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen!

***

Nun ein paar Tipps, um den Stubentigern die sehr hohen Temperaturen erträglicher zu machen:
  • für ausreichend Schattenplätze sorgen (beliebte Plätze durch einen Schirm oder Sonnensesegel zum Schattenplatz umfunktionieren)
  • ausreichend Wasser zur Verfügung stellen, an vielen verschiedenen Orten, aus verschiedenen Quellen (Näpfe, Brunnen, Gefäße, Schalen), dass Wasser täglich frisch zur Verfügung stellen
  • ein feuchtes, kühles Handtuch über Stühle hängen oder auf den Boden legen
  • Fliesen für eine Stunde in den Kühlschrank und dann neben beliebten Liegeplätzen platzieren
  • Rollos runtermachen, v.a. während der prallen Mittagssonne, damit sich die Wochnung nicht aufheizt
  • mit nassen Händen übers Fell streichen, den Katzen ein feuchtes Handtuch überlegen
  • Spielzeiten reduzieren, die Katze nicht endlos auspowern, wenn Spiel & Spaß dann nur in den kühlen Abendstunden (oder Morgenstunden)
  • interessante Sommerspiele anbieten statt des üblichen jagens durch die gesamte Wohnung (z.B. Katzenpool/ KittyLake, Eiswürfel angeln, Leckerli fischen etc.)
  • Fressen nur früh morgens und spät abends anbieten, immer wieder wegräumen (gerade im Sommer wird es sehr schnell schlecht, trocknet ein, Ungeziefer geht ran, Fliegen legen ihre Eier ab)
  • Feuchtfutter mit zusätzlich Wasser anreichern
  • viel mehr bürsten, da die Katzen viel Fell abwerfen bei großer Hitze, eventuell furminieren um die Unterwolle zu reduzieren
  • tägliche Zeckenkontrolle bei Freigängern
  • Sonnenbrand vorbeugen: Sonnencreme für Babys ohne Parfümstoffe
  • Flüssigpasten/ leckerli mit Wasser anreichern und einfrieren, später zum schlecken geben
  • ein Handtuch nass machen und die Katze damit abreiben
  • ungewürzte Hühnerbrühe vorbereiten, portionieren, einfrieren, auftauen b.B.- viele Katzen trinken dies lieber als Wasser und man kann so sehr gut den Flüssigkeitsbedarf decken
  • direkte Mittagssonne vermeiden
  • die Katze auf gar keinen Fall im Auto lassen, diese heizen sich binnen Minuten so sehr auf, dass das Tier kollabiert und sterben kann!


 ***

ACHTUNG! 
Gefahr Kippfenster: diese unbedingt sichern damit sich das Tier nicht einquetscht!
Ventilatoren/ Klimaanlage: Ventilatoren stellen eine Verletzungsgefahr dar, Klimas können Erkälungen und Bindehautentzündungen begünstigen


Freitag, 7. Juni 2013

Flüssigkeitsbedarf von Katzen


Unsere Hauskatzen stammen von der Falbkatze ab. Die Falbkatze ist eine Steppenbewohnerin.
Der Flüssigkeitshaushalt wird fast ausschließlich über die Beutetiere abgedeckt, da die Steppe keine Wasserstellen zum Trinken bereit hält.

Aufgrund der Abstammung der Hauskatze von der Falbkatze, kommen unsere Katzen mit heißem und trockenen Klima gut zurecht.

Hauskatzen sollten den Großteil der bedarften Flüssigkeit, über das Nassfutter abdecken. Desswegen rät man auch dazu, kaum bzw. kein TRockenfutter zu füttern. Katzen trinken von Natut aus also sehr wenig.

Mehr Feuchtigkeit als die im NaFu enthaltene, ist aber dennoch wünschenswert und nicht schädlich.

Eine Extraportion Wasser bekommt man am besten in das Tier, indem man das Nassfutter mit weiterem Wasser streckt. Also z.B. auf 4 Katzen gerechnet: eine 400g Dose geben für eine Mahlzeit, aufteilen und dann diese Dose nochmal mit Wasser auffüllen und aufteilen.

Man kann kühles (kein eiskaltes!!) Wasser nehmen, wenn man z.B. Taurin zusetzt. Taurin zerfällt bei Hitze, desswegen dieses nicht mit heißen oder warmen Wasser anrühren.
Unter warmen Wasser steigt der Geruch des Nassfutters. Für viele Katzen ist das sehr appetitlich bzw. Appetit anregend.

Außerdem trinken Katzen gern aus fließenden Wasser- man kann Katzenbrunnen aufstellen, selber bauen oder Wohnungsbrunnen nutzen. Regelmäßige Reinigung und Wasserwechsel sollte dabei selbstverständlich sein.

In der Wohnung verteilt sollten am Besten mehrere Trinkmöglichkeiten sein. Also z.B. ein großer Wassernapf, Brunnen, kleiner Wassernapf, Kübel, Gießkanne (nur für Katzen zum Gebrauch, Blumenwasser kann schädlich sein!), Schüssel usw.

Unter Wasser kann man auch folgendes mischen, um die Katze zum Trinken zu animieren: Katzenmilch (zum anrühren!), Fleischbrühe, Thunfischbrühe vom Thunfisch im eigenen Saft, (wenig!) Hefeflocken...

Trinkquellen sollten weit genug entfernt vom Fressnapf stellen und entfernt genug vom Katzenklo.
Katzen sehen sonst das Wasser als Geschmackloses Futter an und trinken nicht bzw. da sie sehr reinliche Katzen sind, werden sie kaum neben den Katzenklo die Trinkquelle annehmen.

Katzenernährung allgemein

Da viele auf unsere Gruppe stoßen, indem sie sich über die Ernährung der Tiere schlau machen wollen, verfasse ich euch mal ein "Grunddokument" mit Infos und weiterführenden Links. :) Als kleiner Leitfaden für alle.



Katzen sind Carnivoren, sprich Fleischfresser. Ihre Energie beziehen Katzen nicht aus Kohlenhydraten sondern aus Proteinen und Fetten! Flüssigkeitsbedarf decken Katzen über ihre Nahrung (in freier Wildbahn). Das erklärt schon warum Feuchtnahrung besser ist, als Trockennahrung.

Die Bausteine der Katzenernahrung

Flüssigkeitsbedarf von Katzen

Trockennahrung ist nicht auf die Katzenverdauung ausgelegt und schädigt bei dauerhafter Gabe die Nieren.
Trockenfutter- ein Muss?:
http://haustierwir.blogspot.de/search/label/Artgerechte%20Ern%C3%A4hrung

Trockennahrung ist, wie schon beschrieben, nicht die optimale Katzenernährung. Man kann aber, wenn man einiges beachtet, Trockenfutter als Leckerli oder Belohnung geben. Z.B. beim clickern. Es ist dabei v.a. auf die Rohstoffe zu achten. Je mehr, desto besser. Außerdem sollte es kein Getreide enthalten, wenig Kohlenhydrate haben, keine pflanzlichen Nebenerzeugnisse und kein Zucker o.ä.! Gute Trockenfutter sind: Acana, Orijen, Applaws. Warum empfehlen Tierärzte Trockenfutter? Tierärzte haben oftmals mit Hills oder RoyalCanin Verträge, d.h. sie bekommen Provision, wenn sie das Futter verkaufen. Wenn man sich die Zusammensetzung besagter Marken anschaut, dann läuft es einen kalt über den Rücken- Tiermehle (Abfallprodukte!), pflanzliche Nebenerzeugnisse, Zucker. Alles, was ein Tier krank macht!
Viele Futtermittelhersteller setzen auf Werbung, gutes Futter braucht keine Werbung. Gerade die großen Konzerne tischen der Bevölkerung Lügenmärchen auf...

Wenn du wissen willst was im Futternapf drin ist

Aufklärung über Zusatzstoffe

Das Buch "Katzen würden Mäuse kaufen" klärt eiskalt auf, teilweise wird einen vom Lesen schlecht! Und sowas setzen wir den Tieren vor...In Whiskas un Co. wurden übrigens bei Kontrollen schon Schuhsohlen und Füller gefunden- gesund geht anders!
Hier gehts zum Buch:
http://www.amazon.de/Katzen-w%C3%BCrden-M%C3%A4use-kaufen-Schwarzbuch/dp/3453600975/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1359046172&sr=1-1


Katzen brauchen Feuchtnahrung, mit hohen Fleischanteil, ohne Schnickschnack. Gutes Nassfutter wird in verschiedene "Klassen" eingeteilt. Je nach Qualität.

Es gibt Schrottfutter- Hills, Royal Canin, Whiskas, Kitekat, Sheba, Felix, Iams, Perfect Fit
Es gibt minderwertiges Futter- Lux/Cachet, Bianca, Schmusy, Miamor, Premiere, BioPlan, Leonardo, DeinBestes
Es gibt mittelwertiges Futter- Bozita, SelectGold, Cosma, Almo Nature, Animonda, Amadeus, Landfleisch, RealNature, Smilla, Feline Porta 21, Moonlight, Ropocat
Es gibt hochwertiges Futter- Grau, Macs, CatzFinefood, TerraFelis, Granatapet, OmNomNom, Feringa, Power of Nature, Petnatur
Und es gibt: BARF :o)

Einiges kann man z.B. bei Fressnapf oder Futterhaus beziehen. Das meiste jedoch gibt es online z.B. bei
Zooplus: http://www.zooplus.de/

Sandras Tieroase: http://www.sandras-tieroase.de/Katzen/Nassfutter/

Sandras kann ich definitiv weiterempfehlen! Bei beiden wird auch mit Rabattsystemen gearbeitet, es geht kundenfreundlich zu und v.a. bei Sandras erhält man kein Schrottfutter!

Generell sollte man beim Kauf auf die Etiketten achten, nicht alle Sorten sind immer "gleichgut" oder "gleichschlecht". Den Kopf nicht ausschalten beim Kauf, auch wenn das hier eine tolle Liste ist ;)

Ebenfalls beachten sollte man, dass manches kein Alleinfutter ist (z.B. AlmoNature, Moonlight etc.). Man nennt das dann Ergänzungsfutter. Dieses steht aber auch auf den Dosen drauf, das muss gekennzeichnet werden. Diese Sorten kann man 20% in der Woche dem Tier geben, ohne das es zu Mangelerscheinungen kommt. In diesen Futtermitteln fehlen einige wichtige Komponenten für die optimale Nährstoffversorgung der Tiere.

Man soll viele Sorten mischen, damit die Katzen einige kennen und nicht so mit der Neophobie zu tun haben. Allerdings würde ich davon abraten, ständig zwischen hochwertig- und minderwertig zu wechseln. Das kann Verdauungsprobleme nach sich ziehen und Durchfall oder Erbrechen zur Folge haben.

Wegen Soßen und Gelee: Beides macht Futter minderwertiger, Sorten in Pate sind oft besser. In Soßen und Co. sind viele unnütze Zusatzstoffe, die das Futter minderwertiger machen. Unsere standen beim Nassfutter total auf die Soßen...da aber hochwertiges Nassfutter ohne das ist, haben wir immer die Dose nach dem leeren mit angekochten, abgekühlten Wasser aufgefüllt, welches immer im Wasserkocher vorhanden war, und dann auf die vier Näpfe verteilt und damit 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Mietzen hatten ihre Soße und ich hab ihren Flüssigkeitsbedarf, den Katzen über die Nahrung decken sollten, im Griff.

Bei hochwertigen Nassfutter sind folgende Fakten wichtig:
- Kein Zucker, Inulin, Karamell
- Kein Getreide
- Kein Soja
- Keine Farbstoffe
- hoher Fett- und Proteinanteil
- wenig Kohlenhydrate
- genaue Deklaration. D.h. Wenn 97% Fleisch ausgeschrieben sind, sollten die 97% auch gut beschrieben sein, welches Fleisch wieviel usw. Auf die ProzentZahl genau, denn der Rest sind immer Nebenerzeugnisse, sprich TierAbfälle
- ohne pflanzliche Nebenerzeugnisse
- hoher und genau deklarierter Fleischanteil (nicht "min. 4% Känguru")
- ausgewogenes Muskelfleisch-Nebenerzeugnis-Verhältnis
- keine pflanzlichen Eiweißextrakte
- geringer und genau deklarierter Pflanzenanteil (nicht schlicht "Getreide", sondern z.B. "5% Quinoa")
- Sortenreinheit ist wünschenswert, aber nicht unbedingt erforderlich
- keine nicht näher genannten "Öle und Fette"
- keine EG Zusatzstoffe
 Außerdem sollte man folgendes beachten:
- Rohprotein min. 10%
- Rohfett min. 5%
- Rohasche max. 2,0%
- Rohfaser max. 2,0%
- Ca:P-Verhältnis zwischen 1,1:1 und 1,2:1
- Taurinzusatz mind. 2000mg pro kg Nafu

Taurin ist für Katzen lebenswichtig, es ist außerdem essentiell, d.h. es muss über die Nahrung zugeführt werden, der Organismus kann es nicht selbst herstellen. Hier findet ihr Infos über Taurin:
http://www.lillysbar.info/index.php?menuid=17&reporeid=11&PHPSESSID=76084df814c1fb7d226fd5114565b30a


Etiketten richtig lesen: Grundsätze werden hier geschildert: http://www.katzen-forum.net/ernaehrung-sonstiges/117397-kein-zucker-kein-getreide-oder-so-einfach-ist-das-nicht.html

Leckerli sind Gefriergetrocknetes, Trockenfleisch oder Rohes sehr zu empfehlen.
http://www.sandras-tieroase.de/Katzen/Trockenfleisch/

http://www.zooplus.de/shop/katzen/katzensnacks/gefriergetrocknete_snacks


Interessierst du dich für die biologisch-artgerechte-Rohfütterung= BARF? 
 
BARF ist die optimalste Ernährung für Carnivoren. Man "baut" Beutetiere nach, damit werden die Katzen mit allen wichtigen Nährstoffen auf sie abgestimmt versorgt. Man gibt nicht nur Muskelfleisch, sondern auch Supplemente, die das Fressen "kompletieren".

Wusstest du, dass Kitten so viel fressen dürfen wie sie wollen? Kitten sind Katzen bis 1 Jahr. Im ersten Jahr prägt sich ihr Fressverhalten für das weiter Leben. Kitten müssen sich pappsatt fressen können (auch wenn sie kugelig aussehen XD ), damit sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind, die Organe und die Katze selbst richtig gedeihen können und ganz wichtig: dass die Katze lernt, sie bekommt ausreichend Fressen und muss kein Hunger leiden. Wenn dies eine Katze im ersten Jahr nicht gelernt hat, dann kann es sein, dass alles falsch verwertet wird im weiteren Leben und die Katze zu Übergewicht neigt.

Wenn man nun eine Katze auf besseres, gesünderes, artgerechteres Futter umstellen möchte, aber die Katze mäkelig ist, kann man hier nachlesen, welche Tricks es gibt die Katze zu überzeugen:
http://www.katzen-forum.net/ernaehrung-sonstiges/5085-tipps-fuer-maekelige-katzen.html


Katzen haben aus Instinktgründen eine Neophobie und einen bestimmten Futterwechselmechanismus. Desswegen fällt es manchmal etwas schwer, die Katze auf gutes Futter umzustellen. Wenn du mehr dazu wissen möchtest klick dich hier durch: http://dubarfst.eu/forum/board2-dubarfst-katzen/board10-katzen-barfen-einsteiger/45-neophobie-und-futterwechselmechanismus/


Hinweise zu Zusatzstoffen und E-Nummern....
Auf manchen Tiernahrungsdosen sind die Inhaltsstoffe nicht direkt als diese deklariert. Wenn man beispielsweise eine Dose findet, die in der Aufzählung kein Zucker enthält, sollte man genauer hinsehen: Die E-Nummer 150 ist ein bestimmter Farbstoff, der braune Farbstoff fürs Futter. Dies ist der pure Zucker, denn es ist nichts anderes als karamellisierter Zucker (welcher bekanntlich braun ist), also geschmolzener Zucker. Genannt wird das ganze Zuckercouleur:
http://www.heko.ch/toxin/01948b935413b2e01/01948b935414403b7/01948b93550008278/01948b93550c49003.html


Auch bei den Nebenerzeugnissen sollte man die Augen aufhalten: ist kein Getreide deklariert, stehen aber "pflanzliche Nebenerzeugnisse" drauf, dann kann man davon ausgehen, dass das genau das ist, was Katze nicht braucht. Tierische Nebenerzeugnisse sind nicht richtig zuordenbar, allerdings handelt es sich auch hier oftmals um Abfallprodukte. Hier kann man nachlesen: http://petfit-forever24.blogspot.de/2010/02/was-sind-tierische-und-pflanzliche.html



oder auch hier zum nachlesen: http://miauinfo.de/2011/01/was-sind-pflanzliche-nebenerzeugnissenebenprodukte/



Was ist K3?
http://www.feline-senses.de/industrielle-hunde-und-katzennahrung-03.html

Sogenanntes K3-Material bezeichnet vor allem Abfälle und Nebenprodukte aus Schlachtbetrieben, Küchen- und Speiseabfälle, für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignete Lebensmittel tierischen Ursprungs, Rohmilch, frischer Fisch oder frische Fischnebenprodukte. Daneben finden sich hier auch Tierteile, die zwar zum menschlichen Verzehr geeignet sind, für die es jedoch im betreffenden Land wenig Nachfrage gibt, beispielsweise Kutteln, Zunge und weitere Innereien. Es darf ausschließlich zu Tierfutter weiter verarbeitet werden. In Deutschland ist darüber hinaus die Verfütterung von Fetten aus Geweben warmblütiger Landtiere und von Fischen an Wiederkäuer verboten. Fette aus Geweben warmblütiger Landtiere dürfen in Deutschland auch nicht an andere zur Lebensmittelgewinnung dienende Tiere und Pferde verfüttert werden. K3-Material ist wiederholt Ausgangspunkt für die Lebensmittelskandale rund um das sogenannte Ekelfleisch Zum K3 Material gehören
- Küchen- und Speiseabfälle
- Fische oder andere Meerestiere, sowie Fischabfälle (ausgenommen Meeressäugetiere)
- Ehemalige tierische Lebensmittel, die aus anderen, nicht gesundheitsschädlichen Folgen, z.B. Verpackungsmängeln, für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet sind
- minderwertiges Fleisch
- Schlachtkörperteile, die genussuntauglich sind, die jedoch keine Anzeichen einer übertragbaren Krankheit zeigen und die von Tieren stammen, die genusstauglich sind
- Rohmilch
- Schalen, Brütereinebenprodukte und Knickeiernebenprodukte von klinisch
unauffälligen Tieren
- Haare, Pelze, Hörner usw. von klinisch unauffälligen Tieren
- Tierische Abfälle aus der Lebensmittelindustrie
- Häute, Hufe und Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren, die nach einer Schlachttieruntersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden
- überlagertes Fleisch
 - Fleisch von Tieren unter erheblicher Stressbelastung
- Blut von Tieren (nicht von Wiederkäuern
 - Tierische Schlachtkörperteile und Nebenprodukte, die bei der Herstellung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen angefallen sind
- entfettete Knochen und Grieben

Dieses unverzüglich durch Beschriftung zu kennzeichnende Fleisch darf nur zur Herstellung von Tiernahrung in einem zugelassenen Heimtierfutterbetrieb oder zu nicht mehr essbaren Produkten verarbeitet, z. B. zu Schmierfetten verwendet werden. Es darf auch zur Kompostierung oder Biogasherstellung verwendet werden. Dennoch wird Fleisch der sogenannten Handelskategorie 3 gelegentlich widerrechtlich zum menschlichen Gebrauch verwendet.[1] Das Material ist ab 1. Juli 2008 im innereuropäischem Handel in grünenBehältnissen zu transportieren und kann im nationalen Handel gefärbt werden.