Freitag, 22. November 2013

Kittenaufzucht

Findelkittten Kira ca. 3Wochen alt
Es gibt unterschiedliche Situationen, die dazu führen, dass man Kitten per Hand großziehen muss Meist ist es vermeidbar, aber man kann auch ziemlich flott ausversehen „reinstolpern“ (als Pflegestelle, bei Findelkitten)...

Deshalb hier eine kleine Hilfestellung, die einem ungefähr durch die Kittenaufzucht führt. (ungefähr,weil ich noch keine Kitten mit beieinträchtigenden Krankheiten großziehen musste und dies dann natürlich spezielle Fälle sein könnten. Dieser Beitrag ersetzt also keineswegs den Weg zum TA.)


Grundsätzlich gilt, dass man seine eigenen Katzen kastrieren lassen sollte, wenn man kein seriöser Züchter ist bei dem die Elterntiere Papiere und somit alle nötigen Untersuchungen haben. Bei jedem Wurf geht man das Risiko von Handaufzuchten ein, was wirklich anstrengend ist. Außerdem riskiert man die Wurfsterblichkeit, denn bei Blutgruppenunverträglichkeit, werden die Kitten der Reihe nach wegsterben und nur im Ausnahmefall werden diese überleben.

Altersbestimmung:
Das Alter des Findelkindes kann am besten ein TA, oft anhand des Gewichtes/ der Größe feststellen. Am besten wird das Alter aber anhand des Zahnstatus bestimmt. Generell kann man sich jedoch merken, dass fast ausschließlich alle Kitten unter 6 Wochen Lebensalter blaue Augen haben. (ist eine kleine Gedankenstütze, es sollte sich nicht ausschließlich darauf verlassen werden, manche Kitten haben auch keine blauen Augen!)

Hier noch ein paar Hinweise zum Alter:
Wenn das Kitten erst ca. 2-3 Tage alt ist, kann es sein, dass die Nabelschnur noch dran ist. Diese trocknet in der Zeit aus und fällt ab.
Mit zwei Wochen öffnen sich die Augen und die Ohren richten sich langsam auf.
Mit 14-17 Tagen Lebensalter brechen die Eckzähne durch.
Mit 3 Wochen lernen Kitten die Krallen einzuziehen, vorher sind diese dauerhaft "ausgefahren".
Mit 22-25 Tagen ist das Gebiss meist schon komplett.
Mit 4 Wochen können Kätzchen selbstständig Urin und Kot absetzen, ohne dass man den Reflex dazu geben muss.

Eine Geschlechtsbestimmung kann der Tierarzt mit spätestens ca. 2-4 Wochen machen. Es ist auch schon am ersten Lebenstag möglich, aber viele TÄ legen sich da noch nicht fest und bestimmen das Geschlecht oftmals "ohne Gewähr". 

Außerdem kann das Gewicht auch ein "Altersanhaltspunkt" sein. Außerdem kann man mit folgender Formel das Ideal- Kittengewicht bestimmen:
Geburtsgewicht (alternativ 100g) + 100 x Lebenswoche - d.h. wenn das Kitten 5 Wochen alt ist, sind das 100+ 100x 5 = 600g

Benötigte Materialien für eine Kittenaufzucht:
- Aufzuchtmilch
- Wärmflasche (nur unter Aufsicht verwenden, nicht zu heiß befüllen!)
- SnuggleSafe (speichert die Wärme länger)
- weiches Kuscheltier
- Kittengehege oder seperates Zimmer
- Katzenklo mit niedrigen Einstieg
- kein Bentonit Streu
- Fläschchen, Sauger, Spritzen (ohne Nadeln)
- saugfähige Unterlage, Decken, Handtücher, Waschlappen
- Küchenwaage
- Fierberthermometer mit flexibler Spitze und Vaseline
- Babyfeuchttücher ohne Zusätze
- Wattepads (zur Aftermassage)
- enges Kuschelbett
- Rotlicht- Wärmelampe (nur unter Aufsicht anwenden)
- Tücher
- Lactose (Milchzucker, bei Verstopfung)
- Fencheltee bei Verdauungsproblemen
- SabSimplex, bei Verdauungsproblemen

Geeignete Aufzuchtmilch:
Keineswegs sollte man die im Handel erhältliche fertige "Katzenmilch" geben, diese enthält Zucker und allerlei ungesunde Nebenprodukte. Kittenmilch (Aufzuchtmilch) ist Milch zum Anrühren! Ist erhältlich in Dosen als Milchpulver.

Geeignete Milch enthält wenig/ keine pflanzlichen Nebenerzeugnisse, aber dafür Taurin (wichtig für die Entwicklung der Augen und fürs Herz!) Dies wären z.B. KMR, Farmfood und Mammilac, zur Überbrückung bis die Aufzuchtmilch da ist, kann man auch erstmal selbst eine zusammenmischen:

* ein Messlöffelchen Taurin
* 150 ml Kondensmilch 10% Fett
* 150 ml abgekochtes Wasser, das kalt ist.
* mischen und fertig 

Die Kitten gut beobachten,ob sie dies auch vertragen!

Außerdem kann vorrübergehend 3,5% Ziegenmilch aus dem Einzelhandel als Ersatz genommen werden.

Man sollte so schnell wie möglich einen TA mit den Kitten aufsuchen, gerade wenn man noch unerfahren ist, was die Aufzucht angeht. Dieser kann dann auch das Alter der Kitten bestimmen und Tipps zur Aufzucht geben. Achte auch bei der Aufzuchtmilch, die der TA eventuell mitgibt auf die Zusammensetzung! (Ich habe mal Milch für Hundewelpen bekommen ohne eine Prise Taurin, dafür aber mit einer Menge pflanzlicher Nebenerzeugnisse, das Kitten hatte kräftig Durchfall dadurch, weil Katzen auf pflanzliche Bestandteile sehr reagieren und v.a. Kitten eine noch empfindliche Verdauung haben...).


Alarmsignale:

Kitten müssen täglich am besten zweimal gewogen werden, denn eine rapide Gewichtsabnahme ist das allererste Anzeichen bei den Kleinen, dass etwas nicht stimmt und man sollte den TA schleunigst aufsuchen!

Durchfall ist auch gefährlich für solche Zwerge, wenn man nicht grad eine Futterumstellung hinter sich hat (mögliche Ursache) und der Durchfall länger als 24 Stunden dauert, sollte man umgehend zum TA gehen, die Kleinen bauen rasend schnell ab und erleiden einen zumeist tödlich verlaufenden Flüssigkeitsverlust!

Ebenso führt häufiges, starkes Erbrechen zu einen rapiden Flüssigkeitsverlust, welcher bei Kitten schnell zum Tode führen kann.


Ein Blähbauch ist bei Kitten fast "normal"- die Katzenmutter würde den Bauch ablecken und so die Darmperestaltik anregen, welche die Verdauung in Schwung bringt. Bei Handaufzuchten muss diese Aufgabe der "Finder" übernehmen, indem er den Bauchi nach dem Fressen im Uhrzeigersinn leicht massiert. Dies sollte bei Handaufzuchten bis mindestens zur 6.Woche erfolgen. Mehr dazu bei "Fütterungsempfehlung"

Kitten haben noch kein ausgereiftes Immunsystem. Sie sind deswegen sehr anfällig für Infektionskrankheiten und Entzündungen der Schleimhäute. Vor allem Augenentzündungen/ Bindehautentzündungen sind häufig "Kitten- Begleiterkrankungen".


Wenn Augen verkleben und starke Triefnasen auftreten, könnte es sich um ein Virus aus dem Katzenschnupfen-Komplex handeln. Ein TA Besuch ist unumgänglich!

Außerdem sollte auf ansteckende Infektionskrankheiten wie FIP/ FIV geachtet werden. Die Kitten können dazu beim Tierarzt getestet werden. Eh Fundkitten mit den eigenen Katzen vergesellschaftet werden, sollten sie unbedingt seperiert werden, bis ein Testergebnis da ist, da sonst die Ansteckungsgefahr für die eigenen Tiere bei knapp 99% liegt. Diese Infektionskrankheiten verlaufen tödlich.

Fundkitten sollten außerdem auf jegliche Veränderungen überprüft werden: schuppige Haut, offene Hautstellen etc. können auf einen Hautpilz hindeuten. Dies sollte beim TA mit einem Abstrich abgeklärt werden. Außerdem können Findelkinder auch an Parasiten leiden- Milben, Flöhe, Zecken, Würmer, Giardien. Alles was man abklären lassen sollte- vom Tierarzt. Somit kann dann auch spezifisch behandelt werden.

Bitte die Kleinen nicht unnötig mit einer Wurmkur schwächen. Wenn man den Verdacht hat, sollte zuallererst eine Kotprobe gemacht werden um zu Spezifisieren, welche Behandlung die beste ist. Hier kann es z.T. auch hilfreich sein, auf einen Tierheilpraktiker (neben den Tierarzt!) zurückzugreifen, da diese Behandlungen schonender sind. Bitte keine Selbstexperimente! Auch wenn 99% der Fundkitten verwurmt sind, sollte nicht auf eine Probe verzichtet werden. 

Das Kitten sollte außerdem auf Missbildungen kontrolliert werden. Da man es nicht "von Anfang an" kennt, sollte alles gut funktionieren: Kot- und Urinabsatz nach Stimulation (in den ersten Wochen), Pfötchen, Ohren etc. 

Wenn das Kitten älter ist und gesund ist, dann entscheidet der Tierarzt, ob es Zeit für die Grundimmunisierung ist. Die Grundimmunisierung stellt eine Mehrfach- Imfpung gegen verschiedene Krankheiten dar. Meist sind es 2 Injektionen, welche mit einen Abstand von 4-6 Wochen durchgeführt werden.

Von der Wärmequelle (Rotlichtlampe und Wärmflasche) sollte sich das Kitten jederzeit zurückziehen können, damit es zu keinen Verbrennungen kommt. Außerdem beides wohl dosiert einsetzen und nur unter Beobachtung. Die Wärmflasche nicht zu sehr und nicht zu heiß befüllen. Als Wärmequelle eignet sich ein SnuggleSafe besonders gut, da dieser die Wärme sehr lang speichert.

Kitten bekommen mit ca. 2-3 Wochen ihre Milchzähne. Die richtige Entwicklung dieser sollte beobachtet werden, bei Problemen bitte den TA konsultieren. Ein Zahnwechsel findet im Alter von 3-8 Monate statt, bis zum 8.Lebensmonat sollte der Zahnwechsel abgeschlossen sein. (bitte auch dies beim TA kontrollieren lassen)

Nicht erschrecken, wenn das Kitten nach dem Fressen "kugelrund" ist. Das ist normal. Verteilt viele kleine Mahlzeiten über den Tag, so vermeidet ihr, dass es zu Verdauungsproblemen kommt. (siehe Fütterung)

Fütterungstipps

Beim füttern mit der Flasche oder Spritze, das Kitten niemals(!!!) auf den Rücken drehen,dadurch könnte Wasser in die Lunge geraten und das könnte das Leben des Kleinen kosten.


Das Kitten auf den Bauch legen, bei Bedarf ein Deckchen oder eien saugfähige Unterlage unter den Oberkörper legen, etwas Milch aus dem Fläschchen/ der Spritze rausdrücken, sodass vorne ein Tropfen „klebt“ und dem Kleinen auf die Zunge „legen“, dies animiert meist zum saugen beim Nuckel, bei der Spritze am besten nur tröpfchenweise reinlaufen lassen. Den Kopf kann man alternativ auch etwas nach oben halten.


Den Nuckel einer Flasche am besten mit einer Nadel durchstechen, sodass keine Milch rausläuft, wenn man die Flasche auf dem Kopf hält, sondern man leicht drücken muss, damit die Milch fließt.

Man sollte den Kleinen auch den Bauch nach jeder Fütterung massieren, in den ersten 2-3 Lebenswochen können sie nämlich weder Urin noch Kot selbstständig absetzen.

Ausscheidung:
Junge Kitten benötigen einen Reflex, um Kot und Urin abzusetzen. Nach jeder Fütterung massiert man den Bauch um die Verdauung anzuregen. Mit einem Wattepad reibt man an After und Scheide, bis Urin bzw. Kot kommt. Dies macht man, bis das Kitten ca. 4 Wochen alt ist, dann bedarf es diesen Reflex nicht mehr und es kann lernen selbstständig aufs Klo zu gehen.

Handaufzuchten muss man das erst beibringen, normalerweise würde das die Mamakatze übernehmen, hier ist der Mensch als Ersatz gefragt: 
- setzt das Kleine nach den Mahlzeiten immer wieder aufs Klo
- stellt mehrere Katzenklos auf, auch in einem Zimmer eigenen sich mindestens 2 Katzenklos, mit geeigneten Einstieg, damit das Kleine im Notfall schnell zum Klo kommt
- das anfänglich immer mal noch etwas daneben geht, ist normal und sollte keineswegs bestraft werden
- bei anhaltender Unsauberkeit, geht zum TA und lasst es abchecken, es könnte sich um eine Entzündung der Harnwege/ des Verdauungstraktes handeln
- im Spieltrieb vergessen Kitten oft aufs Klo zu gehen und suchen sich dann kurzerhand einen umliegenden Platz dafür aus

Fütterungszeitplan:
Nun folgt ein Fütterungszeitplan an den man sich ungefähr halten sollte. Die Zeiten variieren je nach Qualität der Milch und dem Hunger der Kitten:

Geburt bis 2. Woche:
- alle 1-2 Stunden (auch Nachts!)

2.Woche:
- alle 2-3 Stunden (auch Nachts!)

3.Woche
- alle 3-4 Stunden (Nachts 2-4 mal füttern, je nach Hunger der Kitten)

4.Woche
- alle 3-5 Stunden füttern (Nachts 1-3 mal)
- man kann auch schon „feste“ Nahrung (Hipp Babygläschen, die reinen Fleischsorten (dient nur zur Umgewöhnung, da die Konsistenz der Milch so ähnlich ist, also kein Alleinfuttermittel!!), Nassfutter oder Rohfleisch (kein (Wild-)Schwein!!!!) anbieten.

5.Woche
- alle 4-5 Stunden füttern (Nachts je nach Hunger der Kitten)
- vorwiegend Aufzuchtmilch, aber zunehmend feste Nahrung

Findelkitten Cookie ca. 6 Wochen alt
6.Woche
- die Kitten sollte schon langsam entwöhnt werden, wenn sie es nicht schon selbst gemacht haben, je nach dem wieviel von der festen Nahrung sie fressen sollten immer weniger Malzeiten aus der Aufzuchtmilch bestehen

- 5-7 Malzeiten sollten die Kleinen bekommen, es ist nicht immer möglich diese frisch hinzustellen, deshalb kann man den Napf vor dem weggehen so gut füllen, dass die Kitten nicht alles auf einmal fressen können und somit nicht zu lange auf ihre nächste Mahlzeit warten müssen.

7.Woche
- man verfährt von jetzt an wie in der sechsten Woche (immer seltener Milch, häufig füttern), bald reichen dann 4-5 Malzeiten am Tag
- die Kitten sollten mindestens bis zum 1. Lebensjahr soviel fressen dürfen wie sie wollen, da sie wachsen und extremst aktiv sind, verbrennen sie jede Menge Kalorien und wenn sie im ersten Lebensjahr hungern müssen, könnten sie Fressmaschinen bleiben, da sie eine ausreichende Deckung an Nährstoffen im Kittenalter nicht gelernt haben und somit immer gewillt sind den Körper "zu überfüllen" um ausreichend zur Verfügung zu haben, und das ist sehr schwer „abzuerziehen“.
Besonderes "Kittenfutter" braucht man nicht, in der Natur gibts auch keine "Kitten"-, "Senior"- oder "Adult"- Futtermäuse. Achtet auf ein gutes, hochwertiges Nassfutter, ohne Schnickschnack, mit einem hohem Fleischanteil ohne Nebenprodukte/ Zucker und Getreide und das Kitten wird gut ernährt. Zum erhöhten Flüssigkeitsbedarf kann man bei Kitten unter das Nassfutter abgekochtes, abgekühltes Wasser mischen. Als Appetitanreger kann man auch warmes Wasser untermischen, dann steigt der Geruch des Futters. 

Bei Fressproblemen im Sinne von Verweigerung kann man Reconvaleszens oder NutriCal Cat Plus (mit Taurin) einsetzen. Dies sind hochkalorische Nahrungsergänzungen, welche v.a. bei Kitten eine Energie- Unterversorgung vermeiden. Bei Futterverweigerung von >24h sollte ein TA aufgesucht werden, der die Ursache abklären kann und Behandlung einleitet.

Kastration:
Wenn man Mamakatze mit Kittenwurf aufgenommen hat, sollte diese natürlich zeitnah kastriert werden. Dies geht auch während der "Aufzuchtphase", am besten wenn die Kleinen ca. 6 Wochen alt sind. Mamakatze braucht danach ca. 1-2 Tage Erholung (wenn überhaupt) und darf dann zum Wurf zurück.

Kitten im jungen Alter können frühkastriert werden. Wenn sie OP- fähig sind und ein geeigneter TA zu finden ist, können die Kleinen ab 8 Wochen kastriert werden. Sie stecken die OP meist besser weg, als wenn sie älter sind. Spätestens mit 6-8 Monaten sollte die Kastration durchgeführt werden. Im gleichen Augenblick kann man das Tier mittels Chip kennzeichnen lassen.

Verhalten:
Kitten sind wild und laut und unerfahren- v.a. Gefahrquellen sollten ausgeschaltet werden. Stromkabel, Steckdosen etc. sollten gesichert werden. Quetschspalten sollten vorerst zugemacht werden. Wenn die Kitten noch ganz klein sind, sollten sie nicht auf die Höhe kommen. Durch die Unerfahrenheit könnten sie stürzen. Auch Balkonnetze stellen eine Gefahr dar: Wenn die MAschen zu weit sind, könnte sich das Tier mit dem Kopf durchquetschen und starngulieren. Auch Kippfenster sollten dringend gesichert sein. Außerdem auf herumliegende Speisen achten- Katzen können sich an Rosinen und Schokolade vergiften! Behaltet die Kleinen immer gut im Auge.

Außerdem sind es kleine Wirbelwinde, die ihre Grenzen noch nicht kennen. Beim spielen nicht überfordern, da es sonst zum Kollaps kommen könnte.

Kitten schlafen aber auch noch viel- schafft warme Kuschelplätze!


Die Bindung zu "ihren" Menschen ist für Handaufzuchten das Wichtigste. Seid für die Kleinen zu jeder Tages- und Nachtzeit präsent. Um die Nähe zu gewährleisten, kann man sich auch ein großes Tuch umbinden und die Kleinen darin "transportieren" oder schlafen legen. Der menschliche Herzschlag beruhigt und außerdem ist es warm.

Kittenaction ist normal! Die ausgeweckten Kleinen Katzen lassen ein kaum Ruhe. Sie stellen immer neuen Blödsinn an und mit Ruhe ist es vorerst vorbei. Kitten sind wild, verspielt und toben viel! Liebgewonne Deko am besten IM Schrank sichern, bis die "Sturm- und Drangzeit" vorbei ist. Kitten sind actiongeladen und dies sollte man vorher Wissen: mit Kitten im Haus bleibt es nicht ruhig! Das ist normal und gut so!

Kitten sollten mit Kitten aufwachsen, um ihre Energie abzuladen und gegenseitig zu raufen! Kitten zum Senior setzen ist eher kontraproduktiv. Das Kleine lastet sich nicht aus und Senior ist überfordert...

Außerdem:
Bei Kitten sollte man zunächst auf Bentonit-Klumpstreu verzichten! Denn es besteht die Gefahr, dass die Kleinen diese fressen und es dadurch zu einem Darmverschluss kommt. Alternativ nimmt man pflanzliches Klumpstreu (CatsBestÖkoPlus) oder Silikatstreu, welches nicht verklumpt, sondern wo alles nur durchsickert.
Eine Handaufzucht ohne kätzischen Kumpel ist eine der sichersten Methoden sich eine "Problemkatze" zu erziehen, denn Handaufzuchten durften ja meist sogut wie keine bis gar keine Erziehung und Zuneigung der Mutter und Geschwister geniessen und sind noch anfälliger für die, die wenigstens noch einen Hauch von sozialem Verhalten von ihrer Mutter/ Geschwister lernen durften. Vergesellschaftungen mit den eigenen Katzen sollte erst erfolgen, wenn alle ansteckenden (und z.T. tödlich verlaufende) Infektionskrankheiten und Parasiten ausgeschlossen wurden (vom Tierarzt!)

Deshalb ist es auch wichtig Ausschau nach weiteren Kitten und der Mutter zu halten. Es kann sonst was passiert sein, dass die Familie auseinander gerissen wurde und die Mutter vllt. verwirrt ist und deshalb ihre Kitten allein gelassen hat...

Links das gewachsene Findelkitten Kira(Törtchen) mit Findelkitten Cookie
Es ist zwar möglich,dass auch ein einzelnes Kitten ausgesetzt wurde, aber davon sollte man nicht sofort ausgehen.
Eine Möglichkeit wäre, das Kleine Findelkind in einen Transportkorb zu setzen und in gebührendem Abstand beobachten. Die Mutter sollte von den Rufen "angelockt" werden. Sieht man eine potenzielle Mutter sollte sie so schnell wie möglich zu ihre(n) Kitten gesetzt werden. Zum Beispiel mit einer Lebendfalle, die man sich vermutlich von einem Tierschutzverein ausleihen kann oder -falls man ganz viel Glück hat- die Mutter anfüttern. Wenn sie anscheinend nicht besonders scheu ist, dann hat man die Chance die Kitten bis zur 12. Woche mit der Mama zusammen zu lassen und die Mutter sollte in der Zeit- oder mindestens bis sie kastriert ist- nicht mehr nach draußen können, da sie wieder trächtig wird oder die Kitten ihre Mutter dadurch verlieren.

Es hilft auch in der Nachbarschaft kund zu geben, dass man ein Kitten gefunden hat und tierliebe Nachbarn halten dann mit nach der möglichen Familie des Kleinen ausschau.
Man kann ein Findelkind sowieso nicht mir nichts dir nichts behalten, es könnte ja doch zu jemandem gehören. (selbst wenn es unverantwortlich ist, so einen Zwerg schon raus zu lassen). Man sollte "den Fund" bei der Polizei und im Fundbüro melden, wenn sich nach 6 Monaten niemand meldet, gehört die Mietz offiziell zu ihren neuen Besitzern...ansonsten muss man sie zurück geben, wenn dies verlangt wird... 

Bei solchen Zwergen ist es auch ratsam in der Nachbarschaft zu erzählen, dass eine Mietz gefunden wurde, da sie aus der Umgebung kommen könnten, da sie eigentlich nicht in der Lage sind wirklich weit zu laufen...

Wenn man keine Zeit hat oder sich mit dem Findling überfordert sieht, sollte man keine Scheu haben, den örtlichen Tierschutzverein oder eine Private Pflegestelle (am besten mit Kittenerfahrung) zu Rate zu ziehen oder das Kleine in die guten Hände abzugeben. Es muss schließlich erstmal gewährleistet sein, dass man sich rund um die Uhr kümmern kann! Wenn dies nicht möglich ist, dann lieber abgeben, zum Wohle des Kleinen, damit sein Überleben gesichert ist.

Wenn das Kleine Vermittlungsfähig ist (sprich ab der 12. Lebenswoche, gesund und munter, sozialisiert) kann man es abgeben (bitte nie in Einzelhaltung, v.a. Kitten brauchen gleichaltrige Gesellschaft!) oder als eigene Katze behalten. Bei der Vermittlung könnte auch ein Tierschutzverein helfen. Bitte beachtet, dass ihr einen Schutzvertrag aufsetzt und eine Schutzgebühr verlangt, damit das Kleine auch wirklich "gute" Besitzer bekommt. Hinweise an nachfolgende Besitzer zum Thema Futter kann nie schaden- Katzen benötigen hochwertiges Nassfutter mit einem hohen Fleischanteil, ohne Nebenprodukte/ Zucker/ Getreide. Trockenfutter ist prinzipiell nicht zu empfehlen, da es nicht der natürlichen Ernährung entspricht. Im Schutzvertrag sollte außerdem die Kastration geregelt sein, welches mit spätestens 6-8 Lebensmonaten erfolgen sollte, wenn das Kitten nicht frühkastriert abegegeben wird.

Kosten:
Plant für eine Handaufzucht viel Geld ein. V.a. bei Komplikationen, kann es sehr teuer werden. Von der Materialanschaffung, über den TA Besuch- und Kontrollbesuchen, bis hin zu Aufzuchtsmilchkosten, es kommt eine hohe Summe zusammen. Bis das Kitten aus dem gröbsten raus ist, kann es gut und gern 500-1000€ kosten, bei Notfällen (OPs, lange Krankheitsphasen etc.) gern auch noch mehr. Eh man eine Handaufzucht "beginnt" sollte man sich dessen bewusst sein.

Donnerstag, 14. November 2013

Die Katzenhaarallergie

Informationen

Eine Katzenhaarallergie ist eigentlich ein falscher Ausdruck. Viel mehr reagiert der Allergiker auf bestimmte Proteine, welche an den Katzenhaaren haften und hauptsächlich im Speichel enthalten sind. Dadurch, dass sich Katzen putzen, gelangen diese Proteine an den gesamten Katzenkörper. Die kleinen Partikel sind sehr leicht und sehr lang schwebefähig so kommen diese dann auch in die unmittelbare Umgebung des Tieres und beim Allergiker entsteht die typische Allergie- Symptomatik.

Nicht jeder Allergiker reagiert gleich "schlimm". Die Symptomatik ist je nach Allergiker unterschiedlich stark ausgeprägt. Außerdem gibt es auch Unterschiede zwischen verschiedenen Rassen, Alter, Geschlecht des Tieres, denn die Produktion der kleinen allergieauslösenden Partikel fällt unterschiedlich aus.


Symptome

- allergischer Schnupfen mit Niesen
- Quaddelbildung auf der Haut
- Rötung der Haut, brennender, juckender Ausschlag
- Anschwellen und Jucken von Kratzverletzungen
- gerötete Augen
- tränende Augen
- geschwollene Schleimhäute
- Luftnot

Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein allergisches Asthma, welches bei Ausbruch auch lebensgefährlich werden kann, da der Erstickungstod bei Nichtbehandlung droht. Ein anaphylaktischer Schock ist außerdem eine große Komplikation bei Allergien und es besteht ebenfalls akut lebensgefahr und Krankenhauspflicht.


Diagnose

Eine Diagnose kann der Hausarzt mittels Allergietest stellen. So wird auch herausgefunden, wie stark ausgeprägt eine Allergie ist und ob Behandlungsbedarf besteht. Wichtig zu wissen ist auch, dass eine Allergie sich auch im Laufe des Lebens erst entwickeln kann. So kann es z.B. sein, dass ein Mensch 15 Jahre lange keine allergischen Reaktionen gezeigt hat und plötzlich tritt Symptomatik einer Allergie auf. Der Allergietest kann auch widerholt werden.

Bei einer sehr stark ausgeprägten Allergie, raten einige Ärzte sogar dazu, Menschen, welche Katzen besitzen zu meiden und vor Kontakt sollen diese sich umziehen.

Man kann sich außerdem bei einen Allergologen oder Homöopathen in Behandlung begeben.

Gute HNO- Ärzte führen auch Allergietests mit Haaren der eigenen Katzen durch- einfach mal nachfragen!


Differenzialdiagnose

Oftmals werden Hausstauballergien auch als Katzenhaarallergie gleichgestellt. Hier sollte unbedingt differenziert werden, vor allem bei Katzenbesitzern, denn zu wissen, um welche Allergie es sich handelt, ist der Grundsatz für eine erfolgreiche Behandlung.


Katzenliebhaber trotz Allergie

Katzenliebhaber sind dann erstmal geschockt. Nun sind sie in Besitz eines lieben Stubentigern und plötzlich die Diagnose Katzenhaarallergie. Die Ärzte raten natürlich dazu, die Allergieauslöser zu meiden- sprich Katzen abgeben. Das muss nicht immer sein und man sollte erst alle Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen, eh man sich nach einen neuen liebevollen Zuhause für die Tiere umschaut. Vermitteln wegen stark ausgeprägter und nicht behandelbarer Katzenhaarallergie kann man auch über Tierschutzvereine.

Die Möglichkeit, Katzenbesitzer trotz Allergie zu sein, ist abhängig von der Schwere der Allergie und der eigenen "Leidensfähigkeit".

Die Schulmedizin ist mit Allergietherapie oft "überfordert" und bei vielen Allergiegeplagten hilft eine Alternative Behandlung besser, als dass vollstopfen mit Medikamenten. Ein gut gemeinter Rat ist IMMER der Gang zum Heilpraktiker, diese kennen verschiedene Methoden und stellen einen individuellen Therapieplan zusammen und ändern diesen nach Bedarf auch ab (z.B. bei Nichterfolg oder Symptomatik- Verschlechterung)

Hier eine gut behandelte Katzenhaarallergie:

Die Allergie war sehr stark ausgeprägt, der Allergologe sagte nach Allergietest den Kontakt zu Personen mit Katzen zwingend meiden, da es verstärkt zur Allergiesymptomatik kommt. 1/2 Jahr später, wurden die Katzen gesittet, als wir im Urlaub waren UND- keinerlei Symptome! Behandelt mit: Cystustee










Behandlungsmethoden

Hyposensibilisierung

Bei der wird versucht, den Körper langsam an immer höhere standardisierte Konzentrationen des Allergens zu gewöhnen. Einige Krankenkassen übernehmen jedoch die Kosten der Hyposensibilisierung gegen Katzenallergene noch nicht, auch ist es z.T. schwierig geeignete Ärzte für eine HS zu finden, diese führen nämlich nicht alle durch. DIe HS ist eine lange Therapie, welche 2-3 Jahre andauert. Ein Therapieerfolg bei Katzenbesitzern ist hier leider jedoch fraglich, weil von Anfang an die Konzentration des Allergens in der unmittelbaren Umgebung dauerhaft zu hoch ist.

Über einen gewissen Zeitraum bekommt der Patient Spritzen mit Allergenen injiziert, dies sollte man vor der Hypo auch wissen.


Eigenbluttherapie

Hierbei spendet man sein Eigenblut und bekommt es gefiltert und ausgelesen in bestimmte Bestandteile zurück transfundiert. Somit stärkt man das Immunsystem und regt die Bildung von Blutzellen an, was eine wichtige Rolle bei den "Allergiezellen" spielt.

Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt ist fraglich.


Akkupunktur

Hierbei werden spezielle "Körperpunkte" stimuliert durch das "anstechen" mit ganz feinen Nadeln. Über diese Methode kann ein Heilpraktiker sehr gut informieren und beratschlagen, ob dies eine sinnvolle Therapiemethode für den Betroffenen ist.

Die Akkupunktur ist eher bei schwach ausgeprägten Allergien eine Möglichkeit, um eine Verschlechterung zu vermeiden. Die Kosten hierfür werden so gut wie nie von den Krankenkassen übernommen.


Enzympotensierte Desensibilisierung (EPD)

Diese Therapiemethode soll weit höhere Erfolgschancen bieten, wie die herkömmliche Hyposensibilisierung. Man bekommt über den Winter (pollenfreie Zeit) verteilt 2 bis 3 Spritzen injiziert. Drei Tage vor und mindestens fünf Tage nach der Spritze soll man nicht in Kontakt mit Katzen kommen, um maximale Erfolge zu erzielen.

Es handelt sich hierbei um eine relativ neu entwickelte Methode, desswegen sind die durchführenden Ärzte rar. Die Übernahme der Kosten von der Krankenkasse ist nicht immer sichergestellt.


Homöopathisch

Hierfür sollte man sich einen guten Heilpraktiker suchen, eventuell auch einer der mit Tierheilpraktikern kooperieren kann. Ein bestimmtes Homöopathisches Mittel wird individuell zusammengestellt und man kann sich damit therapieren lassen. Auch können hier Bachblüten zum Einsatz kommen.


Bioresonanztherapie

Hierzu am besten an einen Heilpraktiker wenden, der kann die Methode ganz ausführlich beschreiben und dazu beraten!


Symptome lindern (empfohlen bei sehr schwach ausgeprägten Allergien)

Hier kann wiederrum die Schulmedizin gut helfen- Medikamente zum Abschwellen der Schleimhäute und Inhalationssprays können die Ärzte über Rezepte verschreiben. Außerdem auch Cremes zur äußeren Anwendung bei leichten Hautausschlag kann man sich verschreiben lassen.

Lisino und/oder Zyrtec sind gegen Allergiesymptomatik geeignet- beide Medikamente machen nicht müde!

Bei Juckaugen und Triefnasen hilft Cromoglicinsäure, gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Wenn die Nase/ Atmung ganz zu ist hilft Dexa-Rhino Spray (VERSCHREIBUNGSPFLICHTIG, KEINE Langzeitbehandlung empfohlen!)

Gegebenenfalls die klassische Palette der Asthmasprays anwenden- unter Rücksprache und Verordnung des Arztes.

Bei "nur" allergischen Schnupfen, kann man die Nase täglich mit Salzwasser reinigen (auf jeden Fall speziell dafür geeignetes Salz verwenden, wie z.B "Emser Salz"). Dafür die ausgediente Nasensprayflasche mit Salzlösung füllen und in die Nase sprühen.

Antihistaminikum wie z. B. Cetirizin oder Lorano vermindert ebenfalls die Allergiesymptome.

Rote und juckende Augen kann man mit gut wirkenden Augentropfen von Vividrin behandeln.


Behandlung der Katzen

Dann gibt es eine Art Spray, welches ALLERPET heißt. Dieses wird der Katze in das Fell gerieben (ist für die Katze völlig unschädlich). Es verhindert bzw. reduziert die Bildung von den Allergenen.


Behandlung der Umgebung

Man kann für die eigene Wohnumgebung einen Luftreiniger einsetzen. Hierfür gibt es speziell entwickelte Geräte für Allergiker. Die Allergene im Wohnraum werden minimiert, da die Luft "gesäubert" wird. Die Allergenbelastung wird auf ein Minimum heruntergefahren.


Alternative/ Unterstützende Behandlung

Man sollte außerdem sein Immunsystem stärken. Am besten auch mit Hilfe eines Heilpraktiker, dieser kann direkt Mittel nennen, welche auf bestimmten Ebenen wirken. Generell wirkt Vitamin C (Citrusfrüchte, Hagebutten) sehr immunstärkend. Propolis ist ein natürliches "Wundermittel", welches es in Pulver-, Tropfen- oder auch Salbenform gibt. Die Salbe ist ganz praktisch bei Kratzern. Es wird direkt auf die Wunde geschmiert und somit kann man das anschwellen und ausbreiten einer Rötung minimieren. Schwarzkümmelöl (-kapseln, schmeckt nicht besonders) können ebenfalls unterstützend wirken.


Pflanzliche Behandlung

Einige Pflanzen wirken ebenfalls positiv bei Allergien:

*Lapacho
Allergiker sollten über 4 Wochen hinweg täglich einen Liter in kleinen Mengen zwischen den Malzeiten trinken (lauwarm und ungesüßt). Danach folgen 4 Wochen Pause und dann beginnt die Tee- Kur von vorn, solange bis sich die Symptome lindern bzw. verschwinden. Außerdem sollten Allergiker einmal die Woche ein Bad (1L für eine volle Wanne) mit starkem Lapacho-Tee nehmen und den Tee regelmässig inhalieren. Außerdem kann man bei einer schweren Allergie mit Lapacho- Kapseln ergänzen.

Link: http://www.lapacho-tee.net/anwendung.html

*Cystus
Hauptsächlich stärkt Cystus das Immunsystem. Viren und Bakterien werden in ihrer Ausbreitung im Körper behindert, weil sie durch die in dem Pflanzenextrakt enthaltenen Inhaltsstoffe rechtzeitig blockiert werden. Ebenso kann Cystus eine positive Wirkung bei der Allergiebehandlung erzielen. Die Kur mit Cystustee entspricht von der Dosierung her der Lapachotee- Kur. Auch Cystus trinkt man über mehrere Wochen, macht Pause, widerholt dies. Außerdem Dampfbad zum Inhalieren machen und in Cystus baden.

Link: http://pagewizz.com/cystustee-wirkung-anwendung-und-nebenwirkungen-von-zistrosentee/


Kinesiologie ("Heilen durch Bewegung")

Die Kinesiologie gehört in den Bereich der komplementären Diagnostik- und Therapieverfahren. Blockierungen im Körper lassen sich mit ihrer Hilfe durch Energieausgleich lösen. Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert, die dann zur Unterstützung oder Erhaltung der Gesundheit eingesetzt werden. Das Basiswerkzeug stellt der Muskeltest dar. Das Grundprinzip dabei ist, dass jeder Muskel auf spezielle Reize reagiert: Nahrungsmittel, Medikamente, Farben, Kleidung, Emotionen, Stress etc. Durch diese Reize kann sich der Muskeltonus, d.h.die Kraft des Muskels, schlagartig ändern. Auf diese Weise kann uns der Körper selbst zeigen, was gut für ihn ist und was nicht. Unser Körper ist also ein phantastischer "Biocomputer", der uns ganz exakt Auskunft über seinen Zustand geben kann und somit eine individuelle ganzheitliche Therapie möglich macht.

In der Kinesiologie kann mit unterschiedlichen Konzepten gearbeitet werden:
http://www.kinesuisse.ch/kinesiologie/kinesiologie-konzepte.html

Die Behandlung erfolgt über einen Speziell Geschulten Kinesiologen und wird z.T. von der Krankenkasse übernommen.

Die Behandlung erfolgt ohne Medikamente und kann somit auch keine Nebenwirkungen hervorrufen. Zum Teil kann man schon nach der ersten Behandlung Erfolge erzielen, spätestens nach 3 Sitzungen minimiert sich die Symptomatik deutlich. Nach der Behandlung meidet man für 24h den direkten Kontakt zum Allergieauslöser (Katze). Wenn die Symptomatik erneut auftritt, wird eine neue Sitzung nötig sein, um es in den Griff zu bekommen.


Tipps und Tricks

- Teppichböden durch PVC/ Laminat/ Parkett/ Fliesen ersetzen, diese Böden saugen und wischen, denn durch kehren wird STaub erst aufgewedelt und die Allergene verteilen sich
- Katze oft bürsten/kämmen (aber natürlich nicht der Allergiker!), mit feuchtem Tuch abwischen (wenn er/sie es zulässt), außerdem kann man mit dem Furminator die Unterwolle minimieren, zur Unterstützung für gesundes Fell und um den Fellabwurf zu minimieren kann man Lachsöl oder Bierhefe (nur bei gesunden Katzen!) als Nahrungsergänzung reichen
- andere Allergien testen und behandeln, diese sind oft nämlich mehr ausgeprägt als die eigentliche Katzenhaarallergie
- Allergietest widerholen
- alle Behandlungsmethoden ausschöpen, eh man das geliebte Tier abgibt
- Bettzeug wegen Federn eventuell gegen Allergikerbettwäsche/ Kunstfasern austauschen
- nach jedem Katzenkontakt die Hände waschen, Katze nicht an das Gesicht lassen, zum schmusen kann man einen "Schmusekittel" tragen, Kleidung welche viel Katzenhaare anzieht wechseln
- ein Zimmer, auf jeden Fall aber Schlafzimmer, katzenfrei halten, bis Therapieerfolge entstehen
- vor dem zu Bett gehen die Haare waschen
- Beutellose Staubsauger benutzen, diese werden öfter entleert und den Behälter kann man auswaschen, außerdem lassen sich die Filter besser reinigen
- Putzen mit einer Feinstaubmaske
- Katzenschlafplätze am besten von dem Nicht-Allergiker im Haushalt reinigen lassen und dies regelmäßig
- Fusselbürsten nehmen Katzenhaare auf
- Beratung von Ärtzen die ebenfalls Katzen haben, diese sagen dann nicht pauschal: Katze weg!


Katzenhaltung trotz Allergie- ja es kann funktionieren!

Mittwoch, 13. November 2013

Katzenzusammenführung

Katzen sind soziale Tiere und brauchen Artgenossen. Sie sollen nicht allein gehalten werden, Themen dazu findet ihr genügend unter der Rubrik "Einzelkatzen" und "Anfänger". Hier sind wir nun einen Schritt weiter und nun soll es darum gehen, wie man passende Kumpel findet und wie man sie zusammenbringt. Eins vorneweg: Knall auf Fall ist nie gut, man sollte eine Zusammenführung bedacht angehen...

Meine Katze lebt bisher allein. Sie ist unter 1 Jahr alt


Katzen bis zu 1 Jahr sind Kitten. Hier ist die Zusammenführung meist Problemlos. Zu so jungen Tieren bitte keine Opis oder Omis setzen, diese sind mit der Aktivität und Power der Jungspunde überfordert. Kitten brauchen dringend Kumpels, denn in diesem Alter prägt sich das Sozialverhalten am meisten. Wenn Kitten vereinsamen, machen sie Blödsinn und oft stellen sich arge Verhaltensprobleme ein. Etwa werden sie Unsauber, zerkratzen Möbel, fressen Kabel an, räumen Schränke aus usw. Kitten sollen nie allein gehalten werden, auch wenn sie mal Freigänger werden. Eh man Katzen rauslässt, vergeht einige Zeit. Sie müssen vorher kastriert sein und eine feste Bindung zum Zuhause haben. In dieser Zeit sind sie ohne Artgenossen isoliert- also jemand dazu und wenn Freigang dann eben zwei Katzen in Freigang geben.


Meine Katze lebt bisher allein. Sie ist über 1 Jahr bis 9 Jahre alt


Hier bitte auch keine Senioren oder Jungspunde dazu setzen. Diese Katzen sind zwar noch sehr aktiv, dies
ändert sich aber mit fortschreitenden Alter. Dann wird der Altersunterschied einfach zu groß und es entsetht schnell Stress. Die Altersspanne sollte 1/2 Jahr Unterschied nicht überschreiten, so ist die Gefahr am geringsten, dass es auch später noch zu Problemen kommt.


Meine Katze lebt allein und ist 10 Jahre oder älter


Hier spricht man von Senioren, wo sich das Einzelkatze- Dasein wohl schon sehr eingeprägt hat und man nur einen Zusammenfhrungsversuch starten sollte, wenn man erfahren ist bzw. sich ziemlich sicher ist, dass es glückt. Bitte immer nur Katzen zusammenführen, die im ähnlichen Alter sind, denn die Bedürfnisse sind dann gleich und Probleme können so am besten vermieden werden. Einzelkatzen gibt es nicht aus Prinzip, sie werden vom Menschen dazu gemacht. Wenn ein Tier jahrelang ohne Artgenossen lebt, dann prägt sich das ein und entsprechend ist dann das Verhalten. Meist sind die Einzelkatzen aber die älteren, Ausnahmefälle für die es aber dennoch auch schöne Optionen gibt- warum nicht eine Seniorkatze zu lieben alten Menschen? Tiere können so viel geben, Seniorkatzen brauchen Ruhe und sind nicht mehr wild und so dankbar, wenn sie einen schönen Lebensabend verbringen dürfen, bei einem Menschen, der einfach da ist.

Aber im Tierheim wurde gesagt es sei ein Einzeltier


ändert sich aber ab einen gewissen Alter. Bei Katzen im Alter von 1-10 Jahre sollte immer ein ähnliches Alter dazu, der Abstand maximal 1/2 Jahr sein, damit man Problemen aus den Weg gehen kann. Eine Garantie gibt es natürlich auch hierfür nicht. Nun kommt es in dieser Altersspanne darauf an, wie lang das Tier isoliert gelebt hat. Je länger, desto schwieriger gestaltet sich die Zusammenführung. Diese Tiere waren jahrelang allein und plötzlich kommt da jemand neues dazu. Hier muss bedacht vorgegangen werden und Hauruck Aktion sind hier definitiv Fehl am Platze.
Die Situation im Tierheim ist eine Ausnahmesituation. Dort kann über das Verhalten in einer endgültigen Familie nur spekuliert werden. Am besten können Pflegestellen das Verhalten von Katzen einschätzen. Im Tierheim sind einfach viel zu viele verschiedene Tiere auf einen Fleck, zu viel Unruhe, wenig Zeit zum kümmern und einfach "Dasein" der Pfleger, 1000 verschiedene Gerüche, Situationen, Geräusche- einfach alles was verunsichert. Dort kann kein Tier richtig eingeschätzt werden. Desswegen- das Tier im neuen Zuhause erstmal ankommen lassen, eingewöhnen lassen, Vertrauen schaffen und dann entscheiden, ob ein Artgenosse wirklich ausgeschlossen ist. Eventuell bei katzenerfahrenen Menschen nachfragen und die Situation einschätzen lassen. Auch für eine Tierheim Katze, welche als Einzeltier ausgeschrieben wurde, besteht eventuell noch Hoffnung :)


Eine Katze von zweien ist verstorben


Hier ist es so, wenn auch sehr traurig- die Katzen sind Gesellschaft gewöhnt, allerdings in der Zeit des Verlustes ebenso sensibel wie wir Menschen. Man sollte aber nicht verpassen, so schnell wie möglich wieder ein Artgenossen dazuzusetzen. Katzen trauern auch, aber still. Ein Artgenosse bietet Abwechslung und spendet Trost im Dasein. Der Mensch versteht die Katze nicht, Katzen untereinander verstehen sich dagegen schon. Katzen, welche gut sozialisiert sind und immer Gesellschaft hatten, werden dies auch wieder einfordern.


Die Auswahl der richtigen Katze


Der richtige Katzenkumpel sollte das gleiche Geschlecht haben und ähnliches Alter. Außerdem sollte der Charakter ähnlich sein, sprich zu ruhigen Gesellen keine hyperaktiven Katzen setzen. Katzen, welche sehr viel ruhen und auch sonst nicht viel Wert auf Action legen, sollten also jemand passendes dazu bekommen, ebenso wie aktive, neugierige Wildfänge einen zweiten Wildfang bekommen sollten. 


Wie oben beschrieben, werden Tiere im Tierheim oft falsch eingeschätzt, weil die Situation im Tierheim niemals mit einem richtigen Zuhause zu vergleichen ist. Pflegestellen und Tierschutzstellen mit Pflegekatzen können oftmals am besten den Charakter einschätzen. In einschlägigen Katzenforen kann man Pflegestellen anfragen oder beim örtlichen Tierschutzverein nach Pflegestellen aus der Umgebung nachfragen.

Bei Rassekatzenhaltern sollte man auch trennen, welche Rassen man hat. So passen Bengalen und Orientalen gut zusammen in Sachen Actionreiches Katzenleben und British Kurzhaar passen gut mit Ragdolls o.ä. zusammen in Sachen Gemütlichkeit.

Bitte keine Katzen über Vermehrer beziehen, dies ist nicht im Sinne des Tierschutzes. Gutes tut man, wenn man die Tiere aus Heimen, von Pflegestellen, Auslandstierschutzstellen o.ä. herholt. Das Katzenelend soll verringert werden, also Vermehrer nicht unterstützen, auch nicht nur einmal.


Geschwisterkatzen


Natürlich ist es günstig, wenn man Geschwister aufnehmen kann. Nun ist es aber so, dass nicht unbedingt immer ein Wurf Kitten im Tierschutz zur Verfügung steht. Wenn doch, ist dies natürlich praktisch für die neuen "Katzeneltern", denn die Kleinen kennen sich, müssen nicht erst getrennt werden und haben sozusagen die ganze Zeit über Gesellschaft genossen. Hier bitte auf das Gechlecht achten, es empfiehlt sich immer Katze zu Katze und Kater zu Kater.


Katze- Katze, Katze- Kater, Kater- Kater --- ja wie denn nun?


Am besten ist immer: gleiches Geschlecht. Auch wenn es anfangs noch nicht so rüber kommt, aber Katze- Kater unterscheiden sich im Verhalten. Kater raufen z.B. doller und derber, viele Katzenmädels werden davon eingeschüchtert. Sie spielen eher sanft, nicht so laut und jagen hintereinander her, ohne aufeinander loszugehen. Kater dagegen wollen beißen, übern Boden rollen und sich vom Versteck aus auf den Kumpel stürzen. Vielen Mädels wird dies dann oft zu viel, es kann Probleme geben. Der Kater kann sein Spielverhalten nicht richtig ausleben und das Mädel wird früher oder später zur Angstkatze. Dieser Situation kann man vorbeugen, indem man gleichgeschlechtliche Pärchen oder Gruppen hält.

Wenn man anfangs Katze- Kater Konstellation gewählt hat und später merkt, es war keine gute Wahl, muss man sein Tier natürlich nicht abgeben. Abhilfe kann dann ein weiteres Tier schaffen, da ist es wichtig, dass Kater immer einen Kater brauchen. So können diese sich austoben und dem Mädel wird mehr Ruhe gegönnt und sie muss nicht als Objekt der Begierde herhalten- sie braucht keine Angst mehr vor Katerattacken haben. Kätzinnen sind oftmals sanfte Gemüter.

Grundlagen der Zusammenführung


Eine Zusammenführung muss bedacht angegangen werden, der Mensch muss wissen, worauf er sich einlässt und den Katzen gegenüber sicher wirken. Unsicherheit des Menschen verwirrt die Tiere ungemein. "Knall auf Fall" und "Hauruck-Aktionen" sind nicht empfehlenswert, es sei denn, es handelt sich um Katzenkinder, diese arrangieren sich sehr schnell miteinander.

Nachdem man die richtige Katze (siehe oben) ausgewählt hat, muss man an die Räumlichkeiten denken- kann man separieren, so dass sich keiner ausgeschlossen fühlt? Sind ausreichend Klos/ Futterplätze/ Schlafplätze etc. zur Verfügung?

Außerdem empfiehlt es sich, dass der Mensch nicht für so viele Stunden am Tag außer Haus ist, damit die Zusammenführung unter Beobachtung steht. Obwohl es bei aufgeregten Menschen auch angebracht ist, sich selber mal runterzufahren und mal ein Spaziergang zu machen, um abzuschalten. Zusammenführungen können gut gemacht werden, wenn der Mensch von Zuhause aus arbeitet, frei hat oder in der Urlaubszeit.

Es ist wichtig, dass die Tiere bei der Zusammenführung nicht akut krank sind. Kranke Tiere sind "Opfer" und Zielobjekt von Aggressionen. Der Gesunheitszustand der zu zusammenführenden Tiere sollte also geklärt sein.

Es sollte mindestens 1 Woche Zeit eingeplant werden für die Zusammenführung. Schwierige Zusammenführungen können sich aber auch über Monate ziehen- die Geduld des Menschen ist sehr wichtig!

Tipps und Tricks


Die Neukatze separieren und erstmal ankommen lassen. Den Extraraum ruhig wählen, Futter und Klo sollten bereitstehen, dann die Katzenbox öffnen. Vorher versichern dass sie in Ruhe und ungestört ankommen kann.

Zur "alteingesessenen Katze" gehen und diese streicheln und Beachtung schenken.

Die erste Nacht keine weiteren Experimente vornehmen und beide Tiere in Ruhe lassen.

Den nächsten Tag und generell alle kommenden Tage, die Katzen pappsatt füttern- mit vollen Bauch kämpft es sich nämlich schlecht. Hungrige Katzen sind auf Krawall gebürstet und könnten neue Tiere als Konkurrenz beim Futterkampf sehen.
Katzen dürfen sich am Türspalt mal beschnuppern.


Kissen/ Decken/ Boxen immer mal austauschen, so werden schonmal Gerüche wahrgenommen.

Katzenklos könnten auch ausgetauscht werden. Am besten wenn "Hinterlassenschaften" noch drin sind. So lernen sie sich kennen.

Katzen mit getragenen Pullis vom Menschen abrubbeln und dann zum drauflegen anbieten- der jeweils anderen Katze. So überträgt sich der gleiche Geruch.

Beide Katzen immer so bespielen, dass sich keine benachteiligt fühlt.

Nach 2- 3 Tagen (liegt im eigenen Ermessen) die Katzen in einen Raum langsam zusammenlassen. Dieser Raum sollte keine offenen Schrankspalten o.ä. haben, damit kein Tier das andere bedrängen kann. Beide sollten vorher ordentlich gefüttert sein. Der Mensch begibt sich auf Tierhöhe (setzen oder auf Boden legen) und lässt die beiden in Ruhe.

Bei Zusammenführungen wird NUR IM NOTFALL eingegriffen! Das heißt: wenn sie sich verbeißen und Blut fließt. Knurren, Fauchen, nacheinander krallen etc. ist NORMAL und das stellt den ersten Kontakt zwischen den Fronten her.

Man kann zu spielen beginnen, Leckerli verteilen usw., damit sie sich langsam kennenlernen.

Bei Unsicherheiten bzw. wenn die Tiere so gar nicht die gegenseitige Ruhe gönnen, kann man Gittertüren nutzen. Diese gehen auch leicht selber zubauen. Es besteht dann Blickkontakt und Austausch von Gerüchen und Geräuschen, es kann aber nichts passieren, im Sinne von Aggression o.ä.

Pheromone können auch eingesetzt werden (Catitude, Feliway) in Stecker oder Sprayform. Die Wirkung ist aber umstritten. Aber für des Menschenseele- man kann alles ausprobieren und Möglichkeiten ausschöpfen ;)

Rescue Tropfen oder Globuli können gegeben werden, bei akuter Aggression oder Unruhe. Einfach zum Unterstützen der Katzen bei der Zusammenführung. Wenn es schwierige Charakterzüge bei den Katzen gibt, empfiehlt sich generell den Rat eines Tierheilpraktiker dazuzzuziehen.




Donnerstag, 7. November 2013

Freigänger





Zunächst einige grundsätzliche Dinge, die speziell bei Katzen mit Freigang wichtig sind:

  • Bevor die Katze das erste Mal Freigang bekommt, muss sie sich schon 4 bis 6 Wochen in diesem Zuhause befinden, damit sie einen Bezug zu diesem Ort entwickelt hat. Bei scheuen Katzen ist eine deutlich längere Zeit sinnvoll, die Katze muss sich zunächst im Haus vollkommen sicher fühlen.Auch nach einem Umzug muss sich die Katze erst an die neue Wohnung gewöhnen, bevor sie Auslauf bekommt. (In vielen Suchmeldungen steht: "Kurz nach dem Umzug entlaufen...“!!!)
  • Eventuell kann bei den ersten Ausflügen ins Freie ein Laufgeschirr (nur mit dem Besitzer am anderen Ende, nicht die Katze irgendwo anbinden!) verwendet werden, oder ein gesicherter Freilaufbereich. Dann kann sich die Katze an die neuen Geräusche in ihrer Umgebung gewöhnen, ohne gleich in Panik irgendwohin zu flüchten.
  • Katzen und Kater kastrieren lassen, bevor sie Freigang bekommen. Nicht nur, weil es jedes Jahr sowieso zu viel Katzennachwuchs gibt, sondern auch, weil dadurch das Risiko abnimmt, dass die Katzen entlaufen, überfahren werden, oder bestimmte Krankheiten bekommen. Grund: Kastrierte Tiere haben ein kleineres Revier, und sind nicht in gleichem Maße in Revierkämpfe verwickelt, bei denen durch Biss z.B. FIV übertragen werden kann.
  • Möglichst kein Halsband
    Ein Halsband kann sich in Zäunen und Zweigen verfangen.
    Es kommt auch vor, dass eine Katze beim Versuch es mit der Pfote abzustreifen eine Pfote hindurch steckt, und sie dann nicht wieder hinaus bekommt. Natürlich kann sie dann auch nicht mehr richtig laufen, und daher evtl. nicht nach Hause kommen.

    Verletzungen werden auch verursacht durch ein Lederhalsband
    MIT Gummizug. Ein Halsband wäre nur dann sicher, wenn es bei sehr geringem Zug komplett öffnet, würde dann aber häufig verloren gehen.
  • Ausreichender Impfschutz, mindestens gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, je nach Wohnort zusätzlich gegen Tollwut.
  • Regelmäßig die Katze entwurmen lassen, am besten vorher auf Wurmbefall testen
  • Regelmäßige Kontrolle auf Flohbefall
  • Eine Kennzeichnung mit Mikrochip (und möglichst zusätzlich Tätowierung) und Registrierung bei TASSO und dem Haustierregister
  • Machen Sie gute Fotos von der Katze, und notieren sie Informationen, falls Sie nach der Katze suchen müssen.
  • Machen Sie vor dem Füttern immer ein spezielles, ungewöhnliches, weithin hörbares Geräusch (aber nicht so laut, dass die Nachbarn genervt sind...) Gut sind hohe Töne. Beispiele: Schlüsselklimpern, Fressnapfklappern, Glöckchen usw.
    Es wird Ihnen nützliche Dienste erweisen, falls die Katze einmal wegläuft.
  • Sie können das Risiko (Strassenverkehr, Marder, Tierfänger) für Freilaufkatzen deutlich mindern, wenn Sie ihnen von Anfang an angewöhnen, dass sie nach Anbruch der Dunkelheit NICHT mehr nach draußen dürfen.
In ländlichen Gebieten müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass einige Jäger Katzen, die ein paar hundert Meter von Zuhause entfernt sind, einfach abschiessen. Dies ist rechtlich sogar erlaubt.

Gefahr durch Regentonne, Teich und Swimmingpool:

Regentonne, Gartenteich und Swimmingpool können ein erhebliches Risiko für Katzen darstellen, wenn sich der Wasserspiegel deutlich unterhalb des Randes befindet, und/oder der Rand so glatt ist, dass die Katze daran keinen Halt hat. Einmal hineingefallen kann sie nicht mehr heraus. Daher Regentonnen abdecken, Gartenteiche mit flachem Rand ausstatten, und Swimmingpools möglichst immer abdecken wenn sie nicht benutzt werden. Man kann auch z.B. Sisalmatten so über den Rand des Pools hängend sicher befestigen, dass sie die Wasseroberfläche erreichen, und so einem im Wasser schwimmenden Tier Halt bieten, um herauszuklettern. Da eine Freilauf-Katze auch Nachbargärten besucht, sollten sie auch Nachbarn um entsprechende Maßnahmen bitten.

Vorsicht im Winter:

Freigänger nicht an Tagen herauslassen, an denen sich erst eine sehr dünne Eisdecke gebildet hat.Auch Katzen brechen ins Eis ein!!!Das gleiche gilt, wenn das Eis durch Tauwetter sehr dünn und brüchig geworden ist.
Viele Katzenbesitzer möchten ihre Katze gerne draußen herumlaufen lassen, um ihr ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Andererseits wohnen viele davon an stark befahrenen Straßen, und es stellt sich die Frage:

Kann man eine Katze vor den Risiken des Straßenverkehrs schützen?

Unsere Antwort lautet zunächst einmal vereinfacht:
Nein, aber...
Das ist auch der Grund, weshalb wir bei unseren Vermittlungen von Freilaufkatzen immer vor Ort kontrollieren, ob es sich bei dem neuen Zuhause wirklich um einen Platz handelt, bei dem im Umkreis einiger hundert Meter nur ruhige Wohnstraßen vorhanden sind. Das ist nämlich eine der besten Möglichkeiten zur Risikoverminderung.
Kastrierte Kater und weibliche Katzen mindestens 400m, unkastrierte Kater mindestens 1000m bis zur nächsten stark befahrenen Straße
(Wobei unkastrierte Kater/Katzen aus Tierschutzgründen sowieso nicht draußen sein sollten....)

Gibt es auch eine wirklich sichere Möglichkeit in der Nähe stark befahrener Straßen?

Ja, aber die einzige wirklich ganz sichere Möglichkeit ist ein gesicherter Auslauf. Dieser ist jedoch aufwendig zu realisieren, und vielerorts auch schlichtweg nicht möglich ( wegen Bauvorschriften, Nachbarn usw. )
Ein gesicherter Auslauf ist im Prinzip eine Art umzäuntes Gehege.
Relativ einfach und oftmals möglich ist eine gesicherte Terasse. Dabei wird nur ein relativ kleiner Bereich mit Gitterzäunen und / oder Katzenschutznetzen eingezäunt.
Wer in der gleichen Weise einen kompletten Garten absichern möchte, würde zwar ein echtes Katzenparadies schaffen, jedoch ist der Aufwand, wenn die Umzäunung wirklich über längere Zeit zuverlässig "dicht" sein soll, sehr groß.
Das Errichten entsprechend hoher Gitterzäune ist vielerorts aus optischen Gründen unzulässig, manchmal auch, weil die Gartenbereiche als Feuerwehrzufahrten dienen. Bevor man mit großem Aufwand für den Bau beginnt, sollte man sich daher unbedingt informieren. Wenn Nachbarn von dem Anblick "betroffen" sind, fragen Sie auch dort besser vorher nach.
( Wenn wir mal Zeit dazu haben, bringen wir vielleicht mal mehr Infos zum Bau solcher Sicherungen. Aber schauen Sie doch mal im Netz nach, dort gibt es ein Bauanleitungen für mögliche Varianten eines gesicherten Gartens)


Ich habe eine Katze und wohne in der Nähe einer stark befahrenen Straße. Wenn die ganz sichere Variante nicht möglich ist, kann ich das Risiko wenigstens etwas verringern?


Im Dunkeln sind Katzen für Autofahrer praktisch nicht zu sehen. Daher Freilaufkatzen von Anfang an beibringen, dass es nur tagsüber Auslauf gibt.

Es gibt mobile Zaunsysteme (zum Teil auch als Elektrozaun), die verwendet werden können, um den Garten in bestimmten Richtungen abzusichern, oder auch um nur zeitweise einen Bereich z.B. auf dem Rasen abzusperren. Diese Zäune sind nicht ganz so "massiv" und unbeweglich wie ein gesicherter Freilauf mit festen Zäunen. Elektrozäune sind umstritten, wir haben keine Erfahrungswerte dazu, und verwenden selber nur "normale" Zäune und Netze.
Zu beachten ist, daß eine Katze, die im Normalfall nicht über so ein Netz hinwegspringen würde, wenn sie aus irgendeinem Grund in Panik gerät ( plötzliches lautes Geräusch, fremdes Tier ) mit ungeheurer Kraft gegen oder auch über ein Netz springen kann. Insofern ist die Schutzwirkung sicher nicht hundertprozentig.
Weiterhin müßte man so ein Netz regelmäßig kontrollieren, ob es beschädigt ist. Es darf natürlich auch keine Bäume o.ä. geben, die als Brücken übers Netz dienen könnten.
Es ist bei der Benutzung von Netzen auch darauf zu achten, dass Maschenweite und Standfestigkeit der Einzäunung so ausgelegt sind, dass sich die Katze nicht darin verheddern kann. Speziell dann, wenn die Katze auch unbeaufsichtigt im Netzbereich herumläuft, ist große Sorgfalt geboten.
Das alleinige Absichern der Vorderfront des Garten dürfte in der Regel nicht ausreichen. Wenn die Katze gerne in diese Richtung möchte, findet sie auch einen Weg um das Netz oder den Zaun herum.
Von dem nur zeitweise Absichern eines bestimmten Bereiches z.B. auf dem Rasen im Sommer möchten wir abraten. Eine reine Wohnungskatze ( oder auch Balkonkatze ) kann ein glückliches Katzenleben führen, wenn sie es schon als Katzenkind so kennengelernt hat, und die Wohnung katzengerecht gestaltet ist (interessante Kratzbäume usw.) Wenn Sie so eine Wohnungskatze aber zeitweise in den Garten setzen, kann es passieren, dass die Katze sich an die neue, vorher gar nicht vermisste Freiheit gewöhnt. Nimmt man der Katze diese Freiheit wieder weg, reagieren einige Katzen mit massivem Protestverhalten (Maunzen, Tapetenkratzen, Urinieren vor der Tür usw.) Und schon wird sie ins Tierheim abgeschoben... Daher empfehlen wir eine Katze entweder als Wohnungskatze, oder immer als Freilaufkatze halten.
Eine Katze durch Erziehungsmaßnahmen von der Straße fernzuhalten mag in bestimmtem Umfang funktionieren. Auch hier ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Katze in bestimmten Situationen alle Erziehung und Vorsicht vergisst.

Beispiele:
Panik durch laute Geräusche, Hunde, Kinder o.ä.
Katze jagt andere Katze, im Spiel oder Kampf
Katze hört den Besitzer zum Essen rufen und will ganz schnell zum Futternapf.
Das oben gesagte gilt auch für den Versuch mit unangenehmen Duftstoffen Barrieren aufzubauen.

Kann man eine Katze an einer langen Leine z.b mitten auf dem Rasen anbinden?

Das ist keine gute Idee. Erstens gilt das oben schon gesagte zum Thema "Nur zeitweise nach draußen lassen". Außerdem ist ein Rasen für eine Katze eher kein sehr interessanter Bereich, da kann sie auch gleich in der Wohnung bleiben, wenn sie nicht zu all den interessanten Büschen, Bäumen und Blumen hinlaufen kann. Wenn sie es doch kann, wird sich die Leine mit Sicherheit verheddern. Sollten sie trotzdem eine Katze an einer langen Leine haben, benutzen Sie unbedingt ein Laufgeschirr (=Halsband plus Brustgurt) und kein einfaches Halsband. Außerdem muss eine lange Leine einen elastischen Teil enthalten (starkes Gummiseil o.ä.) Sonst rennt die Katze nämlich schnell über den Rasen, um z.B. einen Schmetterling zu fangen, und plötzlich spannt sich die Leine. Mit einer normalen Leine gibt das einen derartigen Ruck, dass sich die Katze im Lauf überschlägt. Wie gesagt: Wir halten gar nichts davon.

Da Freilaufkatzen üblicherweise auch zeitweise im Haus sind, sind natürlich auch die Sicherheitstipps für Wohnungskatzen zu beachten.

Ganz wichtig ist z.B. die Kippfenstersicherung, um Unfälle zu vermeiden, falls ein Freigänger bei geschlossener Tür versucht, durch ein Fenster ins Haus zu gelangen ( oder heraus ). Und bei Balkonzutritt für die Katze, sollte dieser mit einem Netz gesichert sein, ebenso gilt dies für komplett geöffnete Fenster.


Pflegekatzen

Es gibt viele Gründe warum Menschen sich als Pflegestelle anbieten, sie wollen den Tierschutz unterstützen, einer Katze eine bessere Vermittlungschance geben oder es gibt ein Tier was eine gesonderte Betreuung braucht die in einem Tierheim nicht zu realisieren ist.

Grundsätzlich ist die erste Frage die man sich stellen sollte ob man das überhaupt kann, manche Pflegis bleiben einige Wochen andere Monate oder sogar Jahre. Kann ich ein Tier was bei mir lebt einfach so wieder abgeben?
Und danach kommen etliche andere wichtige Fragen die wir hier in 2 Teile auf gespaltet haben, als erstes Sie als Pflegestelle und an zweiter Stelle der Verein, die Organisation, das Tierheim.



Teil 1 – Sie als Pflegestelle


Was mache ich eigentlich als Pflegestelle?
Sie geben Tieren aus einem Verein, einer Organisation oder einem Tierheim ein Zuhause. Teilweise kommen diese Tiere aus dem Ausland (a) aber auch Tiere in Deutschland suchen Pflegestellen (b).
  1. diese Tiere haben eine geringe Vermittlungschance da die nicht besichtige werden können und teilweise die Einschätzung des Charakters sehr schwer fällt.
  2. diese Tiere sind oft diejenigen die im Tierheim untergehen, schüchtern teilweise sogar aus Angst aggressiv sind, oder einfach nicht mit der Tierheim Situation klar kommen

In beiden Fällen kann es sein das die Tiere Krankheiten haben und aus dem Grund eine Pflegestelle suchen. Im familiären Umfeld ist es oft einfacher eine geregelte Medikamenten Gabe zu garantieren als im oft stressigem Tierheimalltag. Teilweise werden Tiere auf Pflegestellen vermittelt sie noch Erziehung brauchen. In diesen Fällen muss der Verein Ihnen darüber im Voraus Auskunft geben.
Ihre Pflegies leben bei ihnen wie ihren eigenen Tiere auch, sie werden von Ihnen gefüttert, bespielt, bekommen einen Schlafplatz und leben ein ganz normales Leben bei Ihnen.

Was muss ich an Voraussetzungen erfüllen?
Diese Frage kann man nicht genau beantworten da hier jeder Verein eine andere Ansicht hat. Grundsätzlich gilt aber man sollte ein wenig Erfahrung mitbringen und ein Artgerechtes Zuhause anbieten können. Es sollte jedem bewusst sein, dass die Tiere auch einmal krank werden können und somit ein Tierarztbesuch Pflicht wird.
Sie sollten ausreichend Zeit für das Tier haben und auch die Finanziellen Mittel. (weiter unten gibt es dazu mehr Infos)
Starke Nerven, ein großes Herz und Geduld sollten sie mitbringen, da das Tier unter Umständen noch nicht Stubenrein ist, sehr ängstlich sein kann, sich erst in Ruhe an das neue Zuhause und auch an Sie gewöhnen muss.
Sie werden sicher durch eine Vorkontrolle geprüft ob sie die Vereinsabhängigen Voraussetzungen erfüllen.

Was kommen für Kosten auf mich zu?
Auch hier kann man keine eindeutige Antwort geben. Bei vielen Vereinen zahlt die Pflegestelle das Futter, Katzenstreu und alle Dinge die eine Katze täglich braucht (Spielzeug, Fressnäpfe, Katzentoilette). Tierarztkosten werden oft von dem Verein übernommen, dennoch muss man hierbei drauf hinweisen das Sie in Vorkasse gehen müssen. Bei einigen Vereinen zahlen sie gar nichts, bei anderen alles. Einige Vereine helfen Ihnen auch indem sie Sachspenden zur Verfügung stellen. Informieren sie sich also im Vorfeld genau wie es in dem Verein gemacht wird!

Muss ich mich um die Vermittlung kümmern?
Ja und gleichzeitig Nein!
Ja, indem Sie dem Verein das Tier so genau wie möglich beschreiben, es wohnt bei Ihnen und Sie kennen das Tier und seine Eigenschaften am besten. Fotos und Videos werden von allen gerne gesehen. Außerdem sollten Sie sich bewusst sein das sie jederzeit fremde Menschen in ihrem Zuhause haben können, die Katzen wollen ja auch besichtigt werden.
Viele Vereine begrüßen es wenn Sie trotzdem aktiv werden, machen sie z.b. Zettel fertig und hängen diese bei Ihrem Tierarzt aus. In der heutigen Zeit ist es auch sinnvoll im Internet aktiv zu werden. Sind Sie bei Facebook angemeldet? Nutzen Sie es doch für ihre Pflegekatzen. Erstellen Sie eine eigene Seite für ihre Pflegies, versorgen sie ihre „Fans“ mit neues Fotos, Beiträgen und kleinen Einblicken in das Leben ihrer Katzen.

Wie lange bleibt mein Pflegetier eigentlich bei mir?
So lange bis es Vermittelt wird.
In Notsituationen steht Ihnen der Verein aber sicher beiseite. Sollten Sie ins Krankenhaus müssen oder entsteht eine andere Situation die den frühzeitigen Auszug erzwingen sollten Sie sich sofort bei dem zuständigem Verein melden um gemeinsam eine Lösung zu finden. Geben Sie das Tier niemals ohne Absprache und Einwilligung vom Verein in fremde Obhut!

Was ist wenn ich mich nicht mehr Trennen kann?
Hier ist es oft möglich das sie ihren Pflegevertrag in einen Schutzvertrag umändern und das Tier somit fest in Ihren Besitz übergeht. Bedenken Sie hierbei bitte alle Fragen die sich auch bei der Anschaffung eines Tieres stellen und denken Sie dran nun sind sie allein für das Tier da, auch finanziell.


Teil 2 – Der Verein, die Organisation, das Tierheim

Sie haben es sicher schon oft gehört, es gibt viele schwarze Schafe. Aber wie findet man unter diesen die seriösen Vereine?
Eines muss ihnen jederzeit bewusst sein:
Jeder kann – ungeachtet seiner Motivation und seiner Befähigung – privat Tiere vermitteln oder einen Tierschutzverein gründen. Es gibt weder Gütesiegel noch eine rechtliche Einschränkung oder gar Kontrolle.

Daher machen sie sich Gedanken, gucken Sie sich den Verein genau an, Googlen sie auch einfach mal (oft finden sich Foren beitrage), stellen Sie lieber viel zu viele Fragen als zu wenige und hören Sie auf ihr Bauchgefühl.
Ein seriöser Tierschutzverein wird sie nie drängen ein Tier aufzunehmen.
Er wird nicht an Ihr Mitleid appellieren, indem er Ihnen vorjammert, dass die Tiere getötet werden und Sie schnellstens helfen und adoptieren müssen! Bitte fallen Sie nicht auf diese Mitleidsmasche herein! Bei allem Leid im Ursprungsland des Tieres ist einem seriösen Tierschützer klar, dass er nicht jedes Tier retten kann und ihm liegt mehr daran, einem individuellen Tier ein wirklich gutes Heim zu vermitteln als eine große Anzahl an Tieren auf die Schnelle zu vermitteln.
Wenn Sie die Internetseite eines Vereins sehen und dort auf der ersten Seite plakativ und mitleidheischend Bilder von den Zuständen in den ausländischen Tierheimen zu sehen sind und massiv darum gerungen wird, Tiere zu vermitteln und Spenden zu erhalten.
Behalten Sie einen klaren Blick und betrachten Sie den Internetauftritt kritisch. Bei allem Mitleid sollten Sie prüfen, wie die Motivation aussieht, die hinter dieser Präsentation steht.

Versuchen Sie möglichst viele Informationen über die vermittelnde Organisation zu bekommen:
- Besuchen Sie mehrere Tage/Wochen hintereinander die Homepage der Tierschutzorganisation. Meist erkennt man daran bereits, wie gut der Verein organisiert ist. Eine schlechte, unübersichtliche und nicht aussagefähige Homepage ist oft ein Zeichen für auch anderweitig mangelhafte Organisation im Verein.
- Besteht der Verein tatsächlich aus einem gleichberechtigten Team aktiver Menschen oder ist er in Wirklichkeit ein Ein-Mann-Betrieb, wo bereits der stellvertretende Vorsitzende nicht mitarbeitet, sondern nur - aus Eigennutz? - seinen Namen hergibt.
Kein Tierschutzverein kann dauerhaft mit nicht mal einer Handvoll aktiver Personen geführt werden. Dafür sind die Aufgaben zu umfangreich und zu vielfältig.
- Wichtig ist auch, dass Spendenaufrufe unverzüglich gelöscht werden, sofern die Spende nicht mehr benötigt wird. Bei manchen Tierschutzorganisationen leben die Tiere längst in den neuen Familien, während auf der Homepage noch immer um Spenden für diesen Tiere gebeten wird. Auch hier hilft genaues Nachfragen, kritisches Lesen und sofern möglich: Prüfung der Aktualität der Homepage.
- Ein weiterer Punkt kann bereits mit einem Blick auf die Homepage erkannt werden: Wie lange leben die Hunde des Vereins durchschnittlich auf den Pflegestellen und wie oft werden die Texte und Bilder aktualisiert. Ein guter Verein aktualisiert seine Seiten bezüglich der Hunde, die in Pflegefamilien leben, mehrmals pro Monat. 
- Lassen Sie sich nicht von vollmundigen Titeln der Ansprechpartner täuschen. Nicht jedes Zertifikat ist das Papier wert, auf das es gedruckt ist. Suchen Sie in diesem Fall den Anbieter und prüfen Sie selbst, woraus der Inhalt des Lehrgangs besteht. Seminare, die überwiegend theoretischen Inhalt haben, bedeuten noch lange nicht, dass der Titelinhaber auch praktische Erfahrung mit Hund und Halter hat.
- Bitte achten Sie darauf, ob Sie Informationen finden, mit welchen Tierheimen konkret gearbeitet wird. Wie wird durch die gezahlten Schutzgebühren den Tieren im Ausland und dem Muttertierheim geholfen?
- Seid wann arbeitet die Organisation schon mit dem/den Tierheim/en zusammen?
- besteht die Möglichkeit, direkt mit den Tierschützern im Ausland Kontakt aufzunehmen, um z. B. Bilder und einen Erfahrungsbericht zu erhalten? Vergessen Sie nicht: Im Ausland sind die Tiere oft längere Zeit in Obhut der Menschen gewesen, die das Tier vielleicht vor dem Tod gerettet, in Pflege gehabt oder über längere Zeit betreut haben. Viele ausländische Tierschützer haben eine persönliche Beziehung zu den Tieren entwickelt und sind voller Freude, wenn dieses ein Zuhause in Deutschland findet, haben aber auch Angst vor der Ungewissheit, welches Leben das Tier nun in Deutschland haben wird. Sie können die Zuverlässigkeit und Transparenz einer Tierschutzorganisation prüfen, indem Sie selber mit der Tierschutzorganisation vor Ort in Kontakt treten dürfen, eine Homepage genannt bekommen oder Kontaktdaten, Email-Adressen, Telefon-Nr. und Namen, um eine direkte Kontaktaufnahme zu ermöglichen!
- Lassen Sie sich die Arbeitsweise der Tierschützer erklären, wenn diese nicht auf der Homepage oder durch andere Quellen klar definiert ist. Auffällig kann sein, wenn die Tierheime, aus denen die Tiere stammen, nicht genau benannt sind oder auch die Tierheime, für die Spenden gesammelt werden.
- Falls überwiegend Kitten vermittelt werden – warum ist das so? (Eine auffallend große Anzahl an zu vermittelnden Kitten ist ein hoher Indikator für unseriösen Tierschutz, da damit schnell Geld verdient werden kann und der Verbleib von Kitten oft nicht hinterfragt wird!)
- Wie werden die Spendengelder eingesetzt?
- Wie kommen Sachspenden ins Ausland? Fragen Sie nach Bildern von den Transporten und von der Ankunft im Ausland!
- Wo kann man sich darüber informieren, ob die Spendengelder wirklich den Tieren zukommt? (Bilder, Berichte auf der Webseite, Kopien der Belege und Quittungen von Tierärzten, aus denen die tatsächliche Behandlung eines über Spendenaufruf behandelten Tieres hervorgeht, Spenderlisten auf der Webseite)
- Sie sollten im Vorgespräch ausführlich über den Vermittlungsablauf und über mögliche Krankheiten der Tiere aus dem Ausland informiert werden. Alle Ihre Fragen sollten ausführlich beantwortet werden und falls Sie den Eindruck haben, dass Ihre Fragen unangenehm sind – achten Sie auf Ihr Bauchgefühl und prüfen Sie lieber einmal mehr.
- Eine Abgabe der Katzen sollte nie ohne Vorkontrolle erfolgen! Vorkontrollen sind notwendig, um sich über die neuen Lebensumstände des Tieres zu informieren, und um in einen persönlichen Kontakt mit den Menschen zu kommen, die sich um die Tiere kümmern werden, die einem selber in Obhut übergeben wurden. Fragen Sie einfach mal an, ob eine Vorkontrolle entfallen kann und hören Sie selbst, wie die Reaktion ist. Wenn sofort darauf eingegangen wird, dass ein Tier ohne Vorkontrolle vermittelt werden kann, sollte Ihnen das Aufschluss über die Seriosität der Organisation geben! Vorkontrollen entfallen nur, wenn es einen Leumund gibt oder Sie schon im Tierschutz aktiv waren und dies benennen und diese Informationen von den Vermittlern hinterfragt werden können.
- Sind Sie im Kontakt mit einer Organisation, die kein eingetragener Verein ist, sollte nichts dagegen sprechen, die Schutzgebühr oder Spende direkt auf das Konto der Auslandsorganisation zu überweisen. Innerhalb der EU sind die Banküberweisungskosten ganz gering. Es ist zumindest eine Nachfrage wert und die Reaktion auf Ihren Wunsch sollte Ihnen Aufschluss über die Seriosität der Organisation geben! Falls Sie eine Spendenquittung benötigen: Diese erhalten Sie nicht für Schutzgebühren sondern lediglich für Spenden und auch bei Spenden akzeptiert das Finanzamt Spendenquittungen nur von eingetragenen deutschen Vereinen, die als gemeinnützig anerkannt sind! Ob zu der vom Verein genannten Steuernummer tatsächlich eine Gemeinnützigkeit anerkannt wurde, erfahren Sie im Zweifelsfall durch eine Rückfrage beim entsprechenden Finanzamt.
- Fragen Sie, ob und gegen was die Tiere geimpft werden und ob sie einen EU-Tierausweis haben.
- Eine Übergabe muss immer mit dem EU-Tierausweis des Tieres erfolgen. Dieses Dokument gehört zum Tier genau wie der Personalausweis zum Menschen. Der EU-Tierausweis dient der Information über den Impfstatus des Tieres, als Nachweis über den Chip und als Nachweis über die erfolgten Untersuchungen und Behandlungen: ob die Ausreise-Untersuchungen eingehalten wurden, eine Parasitenbehandlung sowie eine Wurmkur erfolgt sind, ob die Tollwutimpfung korrekt erfolgt ist. Spätestens bei Ihrem ersten Tierarztbesuch benötigen Sie den EU-Tierausweis.
Es kann sein, das seriöse Tierschutzorganisationen manche der aufgeführten Punkte abweichend handhaben, das mindert nicht die Qualität ihrer guten Arbeit. Aber bitte seien Sie auf jeden Fall wachsam, wenn mehrere der oben genannte Punkte zusammentreffen, Ein Verdacht auf Tierhandel ist dann naheliegend!

Die Dokumente

Bei der Übergabe bekommen Sie den EU-Heimtierpass ausgehändigt. Hier sind alle Impfungen und vor allem die Chipnummer vermerkt. Bekommen sie keinen Pass sollten bei Ihnen alle Alarmglocken schrillen!!! Sie sollten unabhängig von allen Umständen mit dem Tier in der ersten Woche einmal zu ihrem Tierarzt, lassen sie dort unbedingt den Chip kontrollieren. Sollten hierbei eine Nummer abgelesen werden die nicht mit der im EU-Pass vermerkten Nummer übereinstimmt oder ein anderes Problem entstehen rufen sie sofort den Verein an!

Entweder bei der Übergabe oder schon vorher bekommen sie einen Pflegevertrag der von beiden Parteien unterschrieben werden muss.
Beachten Sie bitte das jeder Verein unterschiedliche Verträge hat, hier also noch mal die wichtigsten Punkte die auf alle Fälle genannt werden müssen.
- Vollständiger Name, Adresse und Kontaktdaten des Vereins
- Vollständiger Name, Adresse und Kontaktdaten der Pflegestelle
- Name, Alter, Rasse, Chipnummer, Tätowierung, Gesundheitszustand des Tieres
- rechtliche Vereinbarungen
- Datum, Ort und Unterschriften

Lesen Sie den Vertrag unbedingt ganz genau durch und unterschreiben Sie nur wenn sie mit allen Punkten einverstanden sind.

Seien Sie sich bewusst was Sie als Pflegestelle viele schöne Momente erleben werden aber es erfordert auch starke Nerven dieses Tier wieder gehen zu lassen.